180km in 12 Stunden

November 21st, 2009 — 12:00am

Die Straßen von Accra sind voller fliegender Händler, die zwischen den Autos herumlaufen und ihre Waren auf dem Kopf balanzieren. Die häufig im Stau stehenden Autofahrer rufen ihnen zu, wenn sie etwas benötigen und die Händler müssen sich dann beeilen und alles erledigen, bevor der Stau sich auflöst oder die Ampeln auf grün schalten. Gesehen habe ich Verkäufer mit Popcorn, Erdnüssen, Kaugummis, Plastikpäckchen mit Trinkwasser, Plastikpäckchen mit Joghurt, Zeitungen, Toilettenpapier und Superkleber. Aber auch viel Unerwartetes wurde auf den Straßen zum Verkauf angeboten. So zum Beispiel Hundeleinen, Hundewelpen, Heckenscheren, Wanduhren, Herrenschuhe und mehrfach Gemälde von Jesu letztem Abendmahl. Die Arbeit auf der Straße muss furchtbar anstrengend und ungesund sein. Die Händler laufen den ganzen Tag zwischen den Autos herum, es gibt keinen Schatten und die Luft ist voller Abgase.

Die Fortbewegungsmittel in Ghana, Togo und Benin sind sehr vielfältig und reichen von klapprigen Motorrädern bis hin zu modernen Langstreckenbussen. Ich bin hauptsächlich mit Sammeltaxis und Motorradtaxis gefahren. Insbesondere die Sammeltaxis sind ein interessantes Fortbewegungsmittel und können sehr bequem sein. Die verwendeten Autos sind mittelgroß und nehmen sechs Passagiere (zwei auf dem Beifahrersitz und vier auf dem Rücksitz) auf. Gezahlt wird pro Sitzplatz und die Autos fahren los, sobald sie voll sind. Abhängig vom Zielort kann dies von 10 Minuten bis hin zu mehreren Tagen dauern. Immer wenn es möglich war, bezahlte ich den doppelten Fahrpreis, und erhielt dadurch den ganzen Beifahrersitz für mich allein.


Sammeltaxi in Togo. Die meisten Fahrzeuge auf meiner Reise hatten gesprungene Windschutzscheiben.


Mein Guide in Ouidah


Entlang meiner Fahrstrecke habe ich zahlreiche Unfallfahrzeuge gesehen. Lohnt sich eine Reparatur nicht mehr, werden diese einfach am Straßenrand liegen gelassen.


Besonders Abwechslungsreich war meine Reise von Abomey in Benin nach Kpalimé in Togo. Die Fahrt bis Azové in einem Sammeltaxi war einfach und schnell. In Azové musste ich das ganze Taxi mieten und konnte bis zur Grenze fahren. Hinter der Grenze jedoch gab es keine Fortbewegungsmittel. Keine Autos, nicht einmal Motorräder. Der Grenzer sagte mir, dass das nächste Dorf, Tohoun, 2km entfernt sei und mir blieb nichts anderes übrig, als zu Fuß zu gehen. In Tohoun erfuhr ich, dass es keine Sammeltaxis oder Busse nach Kpalimé gibt, also musste ich mit einem Motorradtaxi bis Notsé fahren. Dort sagte man mir, dass der nächste Kleinbus nach Kpalimé in zwei Stunden abfährt.


Vier Stunden später ging es dann tatsächlich los. Der Bus war allerdings so alt, dass er immer wieder stehen blieb. Ich musste dann aussteigen, der Fahrer baute seinen Sitz und den Beifahrersitz aus, legte das Getriebe frei und fing an, herumzubasteln.


Die Strecke war aber sehr schön und 12 Stunden nach dem Beginn meiner Reise war ich in meinem Hotel in Kpalimé angekommen.

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Abomey

November 20th, 2009 — 12:00am

Abomey ist eine kleinere Stadt mit ca. 60000 Einwohnern. Ich habe mich dort zwei Tage aufgehalten und dabei vieles gesehen und erlebt.


Mein Mittagessen am Straßenrand. Der Teller Bohnen kostete mich 50 CFA, also ca. 8 Cent.


Im Gegensatz zu den westafrikansichen Großstädten war es hier angenehm ruhig. Ich bin mehrere Stunden lang spazieren gegangen. Weg von der Hauptstraße, entlang der kleineren Nebenstraßen. Habe die Menschen und das Leben dort beobachtet.


Am Nachmittag habe ich mir mit meinem Guide Josaphat zunächst einen der Königspaläste in Abomey angesehen. Diese gehören zum Unesco Weltkulturerbe.


Danach ging es zum Markt von Abomey, auf welchem ein Bereich sich auf Voodoo-Utensilien spezialisiert. Dort können vor allem Tierknochen und Tierkadaver erworben werden, die während der Durchführung von Voodoo-Zeremonien Verwendung finden. Neben Schädeln unterschiedlichster Säugetiere gibt es dort getrocknete Vögel, Chamäleons, Schlangen, Schlangenhäute, Felle von Wildkatzen, ja sogar einen Krokodilkopf und eine Affenhand habe ich gesehen.


Anschließend sind wir in das kleine Dorf Detohou, ungefähr 10km von Abomey entfernt, gefahren. Auf dem Weg haben wir an einem der zahlreichen Benzin-Verkaufsstände das Motorrad aufgetankt. Diese sind in Westafrika überall zu sehen. Es gib zwar auch Tankstellen wie bei uns, aber die Verkäufer am Straßenrand mit den benzingefüllten Glasflaschen überwiegen.


In Detohou habe ich diese kleine Schnapsbrennerei entdeckt. Die Einwohner boten mir ein Gläschen vom Selbstgebrannten an.


Schließlich ging es noch zu einer Voodoo-Zeremonie. Ich brachte dem Voodoo-Priester Kolanüsse und eine Flasche Schnaps und dann ging es los. Der Priester sang und tanzte, anschließend fertigte er ein Glücksamulett für mich an. Hierzu ging ich in seine Hütte und erhielt ein Horn und einen Ziegenschädel. Das Horn hielt ich in der linken Hand und den Ziegenschädel in der rechten Hand während der Priester irgendein Pulver in die Luft blies und unterschiedliche Sprüche murmelte. Dabei vergass er ständig meinen Namen, so dass er immer wieder stockte und Josaphat ihm erneut sagten musste, wie ich heiße.


Anschließend ging es wieder nach draußen. Ich erhielt eine Hühnerfeder und musste mit dieser Palmöl auf mehrere Steinstatuen schmieren. Der angekettete Affe des Priesters versuchte mich jedes mal zu beißen, wenn ich an ihm vorbeilief.

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Westafrika

November 14th, 2009 — 12:00am

Wenn ich erzähle, dass ich für 2 Wochen nach Westafrika fliege, sind die meisten Menschen überrascht. Die drei Länder Ghana, Togo und Benin, die ich dort besuchen werde, befinden sich nicht auf den Reiserouten der meisten Urlauber. Dennoch bieten sie, so hoffe ich zumindest, aufgrund ihrer politischen Stabilität, Sicherheit und guter touristischen Infrastruktur einen angenehmen Einstieg auf dem afrikanischen Kontinent.

Die Vorbereitungen auf diese Reise waren aufwendig und auch teuer.

  • Eine Gelbfieberimpfung ist Voraussetzung für die Einreiseerlaubnis dieser Länder. Die Kosten hierfür betrugen 33 € im Tropeninstitut München.
  • Malaria ist in diesen Ländern stark verbreitet. Im Tropeninstut wurde mir zur Chemoprophylaxe angeraten, d.h. das Malariamedikament wird im Gegensatz zur Stand-By Medikation täglich eingenommen. Deshalb musste ich zwei Packungen Malarone kaufen, die 125 € kosteten.
  • Weiterhin habe ich ein Moskitonetz, sowie zwei Anti Brumm Forte-Sprays im Reisegepäck, hier nochmals Gesamtkosten von ca. 50 €.
  • Deutsche benötigen für alle drei Länder ein Einreisevisum. Die Visaformulare waren zum Teil nur auf französisch verfasst und mussten in bis zu vierfacher Ausführung an die Botschaften in Berlin geschickt werden. Die Gesamtkosten hierfür lagen bei ca. 180 €.

Heute Nachmittags um 14:25 geht es los. Zunächst in 5:40 Stunden mit Emirates EK050 von München nach Dubai, anschließend morgen früh mit EK787 in 9:00 Stunden von Dubai nach Accra, der Hauptstadt von Ghana.


Die Reiseroute führt mich von Accra über Lomé in Togo nach Cotonou in Benin und voraussichtlich auf derselben Strecke wieder zurück nach Accra. In Ghana und Benin werde ich einen Abstecher ins Landesinnere, nach Kumasi bzw. Abomey machen. Ich freue mich auf ein neues Abenteuer!

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Reiseinformationen im Internet

August 8th, 2009 — 12:00am

In den letzten Jahren habe ich immer wieder sehr hilfreiche Seiten im Internet gefunden, die mir bei der Planung und Umsetzung meiner Reisen weitergeholfen haben und die ich jetzt regelmäßig nutze. Manche dieser Seiten sind sehr bekannt, andere kaum, aber alle bieten wertvolle Informationen und/oder Dienste zur Reisevorbereitung und Reisedurchführung.

Hotels

Da ich zahlreiche Übernachtungen bereits im Voraus buche, insbesondere wenn die Reiseroute feststeht und ich weiß, wann und wie lange ich mich wo aufhalten werde, habe ich mit der Zeit einige Seiten kennengelernt, die bei der Suche und Reservierung von Unterkünften hilfreich sind.

  • www.asiatravel.com
    Meine bevorzugte Seite für Hotels in Asien und im nahen Osten, hier habe ich schon häufig problemlos gebucht.
  • www.asiarooms.com
  • www.hostels.com
    Gute Seite für Unterkünfte der niedrigen Preisklasse. Die hier angebotenen Übernachtungsmöglichkeiten erstrecken sich von Betten im Schlafsaal bis zu günstigen Hotels.
  • www.expedia.de
  • www.toyoko-inn.com
    Hotelkette in Japan mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Hotels kommen in allen japanischen Großstädten vor und die zwar sehr kleinen, aber schönen und sauberen Hotelzimmer kosten ca. 50-60€.
  • www.homeinns.com
    Hotelkette in China mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Hotels sind neu, die Zimmer sehr schön mit gelben Wänden und Duschkabine im Badezimmer. Die Übernachtungskosten liegen bei 15-30€.
  • www.tunehotels.com
    Neue Hotelkette, die zu Air Asia gehört. Ich werde mir nächstes Jahr zwei Hotels in Kuala Lumpur ansehen. Die Übernachtungskosten liegen bei ca. 10€, die Zimmer machen einen sehr guten Eindruck, die Klimaanlage muss allerdings in 12-Stunden Blöcken zusätzlich bezahlt werden.

Diskussionsforen

  • www.lonelyplanet.com/thorntree
    Das offizielle Forum von Lonely Planet. Eines der umfangreichsten Diskussionsforen im Internet. Wer wissen möchte, ob es einen durchgehenden Bus von Accra nach Ouagadougu gibt, oder wieviel ein Taxi von der pakistanisch-afghanischen Grenze nach Kabul kostet, wird hier die Information finden.
  • www.flyertalk.com/forum
    Sehr gutes Forum zu vielen das Fliegen betreffenden Themen.
  • www.flugbegleiter.net/forum

Flughäfen

  • www.toandfromtheairport.com
    Für die meisten Flughäfen weltweit gibt es hier Informationen zu den Transportmöglichkeiten und Transportkosten in die entsprechenden Städte.
  • www.sleepinginairports.net
    Informationen die wertvoll sind, falls ein längerer Aufenthalt im Flughafen nötig ist. Hier geht es nicht nur darum, ob das Schlafen im Flughafengebäude erlaubt ist, sondern auch darum, wo die ruhigen Plätze sind und wo ein bequemer Aufenthalt möglich ist.

Flüge

  • www.expedia.de
    Die klassische Methode der Flugbuchung. Der große Vorteil: Übersicht aller Fluggesellschaften, die eine Strecke von A nach B bedienen.
  • www.airasia.com
    No-Frills Fluggesellschaft mit Hubs in Kuala Lumpur, Bangkok und Jakarta und einem sehr guten Streckennetz in ganz Asien.
  • www.jazeeraairways.com
    No-Frills Fluggesellschaft mit Hub in Kuwait und einem guten Streckennetz im nahen Osten.
  • www.attitudetravel.com
    Übersicht aller No-Frills Fluggesellschaften, die ein bestimmtes Ziel anfliegen.
  • www.seatguru.com
    Sitzplatzübersichten für unterschiedliche Flugzeugmodelle der größeren Fluggesellschaften einschließlich Bewertungen / Empfehlungen / Kritik einzelner Sitzplätze.
  • www.seatcounter.com
    Übersicht der bei einem bestimmten Flug verfügbaren Sitzplätze und deren Buchungsklassen.
  • www.airsafe.com
    Informationen zur Sicherheit von Fluggesellschaften.
  • www.aviation-safety.net
    Detailierte Informationen zur Sicherheit von Fluggesellschaften.

Züge

  • www.seat61.com
    Sehr gute Seite mit umfangreichen Informationen zu Zugreisen auf allen 5 Kontinenten. Besonders hilfreich sind die detailierten Fahrpläne, Informationen zu den angebotenen Zugklassen, sowie zu den Buchungsmöglichkeiten und Fahrtkosten.
  • www.travelchinaguide.com/china-trains
    Eine der wenigen englischsprachigen Seiten mit umfangreichen Informationen zu den chinesischen Zugverbindungen.

Fotos

Sonstige Informationsseiten

  • www.tripadvisor.com
    Seite, welches ich verwende, um die Qualität von Hotels abschätzen zu können. Zu den meisten im Internet buchbaren Hotels gibt es hier zahlreiche Bewertungen und Tipps.
  • www.virtualtourist.com
    Seite, welche ich verwende, um Informationen zu Scams und zur Sicherheit von Städten weltweit zu finden.
  • www.chrisguillebeau.com
  • www.onebag.com
    Wie packe ich möglichst wenig und leicht, und das alles in nur eine Tasche.
  • www.run.com
    Weltweite Laufstrecken. Nach Eingabe einer Stadt werden Strecken unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrades gezeigt.
  • www.fit-for-travel.de
    Informationsseite des Tropeninstituts München mit Details zu den in einem Reiseland vorhandene Gesundheitsrisiken, sowie Impfempfehlungen.
  • www.auswaertiges-amt.de
    Das Auswärtige Amt gibt Informationen zu der Sicherheitslage aller Länder, sowie den Voraussetzungen zur Einreise.
  • www.weather.msn.com
    Temperaturen und Niederschlagsmengen zu Städten weltweit.

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Travel Light

August 1st, 2009 — 12:00am

Wie ich bei meinem letzten Urlaub bereits ankündigte, habe ich beschlossen, in Zukunft mit deutlich leichterem Gepäck zu verreisen. Ziel ist dabei ein Maximalgewicht von 10kg, so dass ich alles als Handgepäck ins Flugzeug mitnehmen kann.
Erfahrungsgemäß wog mein Gesamtgepäck am Anfang des Urlaubs ca. 18kg (12kg im großen Rucksack und 6kg im kleinen Rucksack, welchen ich mit ins Flugzeug nahm). Nachdem ich mir im Urlaub immer kleinere Andenken kaufte, hatte ich beim Rückflug ein Gesamtgewicht von über 20kg, bei meinem letzten Urlaub in China sogar über 30kg.

Meine Strategie zur Gewichtsreduzierung basiert auf den folgenden Regeln:

  1. Sachen, die ich nicht brauchen werde, kommen nicht ins Gepäck.
  2. Sachen, die ich wahrscheinlich nicht brauchen werde, kommen nicht ins Gepäck.
  3. Sachen, die ich brauchen werde, kommen ins Gepäck. Aber nur in möglichst kleiner Anzahl.
  4. Sachen, die ins Gepäck kommen, sollen möglichst klein sein und wenig wiegen.
  5. Die Gewichtsreduzierung darf die Qualität meines Urlaubs nicht beeinträchtigen.

Die Umsetzung dieser Strategie begann mit einer Analyse meines bisherigen Reisegepäcks. Schnell wurde mir klar, dass die Gepäckstücke selber, ohne Inhalt, viel wiegen. Ihr Gesamtgewicht beträgt 4,67kg (großer und kleiner Rucksack, Kulturtasche, Kameratasche und Notebookhülle).
Weiterhin ist mein Notebook mit Zubehör sehr schwer. Obwohl ich ein kleines und leichtes Modell besitze, wiegt dieses einschließlich Netzteil 2,5kg.
Meine einfache Lösung: Schwere Gepäckstücke durch neue, leichte Gepäckstücke ersetzen. Das Notebook werde ich nicht mehr mitnehmen.

Hier einige Fotos von meinem neuen Gepäck.


Inhalt meiner Kulturtasche


Kleine Gegenstände


Eagle Creek Pack-It Cubes zum Ordnen kleiner Gegenstände in der Reisetasche


Reisetasche. Sie ist klein und leicht und ich kann sie als Handgepäck im Flugzeug mitnehmen.

Die folgende Tabelle zeigt anhand einiger Beispiele die großen Gewichtsunterschiede im alten und neuen Reisegepäck.

Gepäckstück Altes Gewicht Neues Gewicht
Großer Rucksack bzw. Reisetasche 2,80kg 0,51kg
Kleiner Rucksack 0,62kg 0,29kg
Kameratasche 0,54kg 0,03kg
Kulturtasche 0,52kg 0,04kg
Inhalt Kulturtasche 1,58kg 0,64kg
Hosen (pro Stück) 0,60kg 0,45kg

Das Gesamtgewicht meines Reisegepäcks beträgt jetzt ca. 6,5kg. Wieso mache ich das Alles?

  • Tragen meines Gepäcks im Urlaub ist weniger anstrengend.
  • Gepäck kann ich als Handgepäck ins Flugzeug nehmen. Somit besteht keine Gefahr, dass es beim Transport verloren geht.
  • Keine Zusatzgebühr für aufgegebenes Gepäck, die von manchen Airlines erhoben wird.
  • Deutlich einfacher, mit vollständigem Reisegepäck in öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren.

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Die Zeit in Kuala Lumpur

April 16th, 2009 — 12:00am

Die letzten zweieinhalb Tage meines Urlaubs verbringe ich in Kuala Lumpur. Neben meinem Hotel ist ein sehr guter Inder, bei welchem ich jeden Mittag und Abend esse. Ein einfaches Restaurant mit ausgezeichnetem und günstigem Essen.


Die Petronas Towers waren bis 2003 das höchste Gebäude der Welt. Ich kann sie aus dem Fenster meines Hotelzimmers gut sehen und beschließe am ersten Abend, zu Fuß zu ihnen zu gehen. Aus dem ruhigen Spaziergang wird ein sehr anstregender einstündiger Marsch durch Kuala Lumpur. Ich sehe ein Straßenschild, welches mit einem Pfeil die Richtung zu den Doppeltürmen anzeigt. Diesen Weg schlage ich ein und spaziere auf dem sehr schmalen Seitenstreifen einer Stadtautobahn entlang. Die Straße ist auf Stelzen gebaut, so dass ich nur umkehren oder weiterlaufen kann. Ich gehe weiter, die Petronas Towers scheinen so nah zu sein, nach einer Stunde komme ich an.


Die Batu Caves sind eines der größten hinduistischen Heiligtümer in Asien. Sie sind 12km vom Stadtzentrum Kuala Lumpurs entfernt und durch eine kurze Taxifahrt erreichbar. Als ich am Höhleneingang ankomme, erkundigt sich eine Touristin gerade, wo sie Buddha sehen kann. Dough!


Schließlich sehe ich mir noch das Sultan Abdul Samad Building im Zentrum von Kuala Lumpur an. In meinen Augen neben den Petronas Towers das schönste und interessanteste Gebäude in dieser Stadt.


Vor Reiseantritt habe ich ein gebrauchtes Minolta 100-300mm Objektiv gekauft, welches ich jetzt endlich benutze. Die Makaken bei den Batu Caves und die Vögel im Bird Park bieten eine sehr gute Gelegenheit.

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Finally KL

April 14th, 2009 — 12:00am

Heute ist ein hektischer Tag. Ich stehe um 5 Uhr morgens auf, um rechtzeitig von Zhuhai über die Grenze nach Macau zu gelangen. Um 6:30 stehe ich an der Grenze, die um 7:00 öffnet. Ungefähr 100 Menschen vor mir wollen ebenfalls nach Macau einreisen. Um 6:40 stehen auch hinter mir in der Warteschlange bereits 100 Reisende. Um 7:00 Uhr bläst ein Grenzbeamter in seine Pfeife, die Türen des Grenzgebäudes werden geöffnet und die wartende Masse setzt sich in Bewegung. Sie gehen nicht, sie laufen, um möglichst als erste bei einem der Grenzbeamten anzukommen. Ich bin zu langsam. Nach meinen Einkäufen in Zhuhai wiegt mein großer Rucksack 24,3kg und mein kleiner Rucksack 8kg. Das Gewicht zieht mich zu Boden, bremst mich ab, und Chinesen überholen mich links und rechts. Dennoch muss ich nur 5 Minuten warten, reise aus China aus und gehe den Fußweg zum Grenzgebäude von Macau. Dort warte ich nochmals 10 Minuten. Ungefähr um 7:30 bin ich in Macau angekommen und es stellt sich mir eine Frage. Ich habe weder Hongkong Dollar noch macauische Pataca. Kann ich die Taxifahrer hier mit chinesischem Geld bezahlen? Da ich mir nicht sicher bin, entscheide ich mich für eine Busfahrt.

Es geht eine Treppe nach unten, in den kleinen, aber trotzdem unübersichtlichen Busbahnhof. Ungefähr 50 Leute warten bereits auf den Flughafenbus. Als dieser ankommt, hält er nicht am Anfang sondern am Ende der Warteschlange. Praktisch für mich! Die Wartenden sind sauer, beginnen zu schubsen, zu drängeln, andere zur Seite zu schieben. Nicht alle schaffen es in den zu kleinen Bus. Ich komme rein und bin 15 Minuten später am Flughafen.


Ich sitze auf Platz 14A in einer riesigen Coca-Cola Dose.


Eigentlich ist es ein nagelneuer A320 der Fluggesellschaft Air Asia, aber jedes mal, wenn ich die roten Flugzeuge mit dem Firmennamen im weißen geschwungen Schriftzug sehe, erinnern sie mich an das weltweit verkaufte Brausegetränk.

Ich lasse es mir hier gut gehen, sehr gut sogar. Für 5,50 Euro Aufpreis habe ich einen “Hot Seat” erworben, am Notausgang. Deshalb habe ich 15 cm Beinfreiheit mehr als die restlichen Passagiere. Und ich habe Nasi Lemak für 2 Euro bestellt. Es schmeckt gut, schön scharf, gut gewürzt. Das Flugzeug verlässt mit 5 Minuten Verspätung Macau und fliegt in Richtung Kuala Lumpur.

Fehler ermöglichen es, Erfahrung zu sammeln und dazu zulernen. Über 30kg Gepäck sind nicht besonders leicht. Umso anstrengender ist es bei hohen Temperaturen oder längeren Fußwegen. Ich habe einen Entschluss gefasst. Ich reise nur noch mit Handgepäck. Ich versuche zukünftig, möglichst wenig und leicht zu packen und mein Gepäckgewicht unter 10kg zu halten. Ist das überhaupt möglich? Kann man mit nur 10kg mehrere Wochen Urlaub machen? Ist es trotzdem ein komfortabler Urlaub? Ich habe auf onebag einen exzellenten Ratgeber zu diesem Thema gefunden. Die wertvollen Hinweise dort motivieren mich. Bei meinem nächsten Urlaub werde ich genau das versuchen!

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Ankunft in China vor der Ankunft in China

March 29th, 2009 — 12:00am

Die Busfahrt von Luang Prabang in die Nähe der chinesischen Grenze dauerte ca. 8h. Der Bus war wieder halb leer, so dass ich viel Platz hatte und die Fahrt ziemlich bequem war. Ausgestiegen bin ich im kleinen Dorf Na Toei, von welchem aus ich per Taxi zum Grenzort Boten fahren konnte. Dort stellte ich fest, dass ich bereits in China angekommen war:

  • Alle Menschen sprachen chinesisch
  • In den Restaurants gab es nur chinesisches Essen
  • In meinem Hotel konnte ich nur mit chinesischem Geld bezahlen
  • Die Menschen spuckten auf den Boden
  • Die Menschen waren laut
  • Die Menschen kicherten und riefen “Helluuuuuuuuuuu”, sobald sie mich sahen
  • Die Menschen bezeichneten mich hier als “Laowai”. Das ist, wie wenn ich in Frankreich einen Chinesen
    sehe, auf ihn zeige, und voller Enthusiasmus “Ausländer” rufe.

Heute geht es über die Grenze nach China und weiter nach Jinghong.

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Zwei Tage in Luang Prabang

March 27th, 2009 — 12:00am

Luang Prabang ist ein sehr angenehmer Ort, an welchem man einige Tage verbringen kann. Die Atmosphäre ist sehr ruhig und entspannt. Entlang des Mekongs sind zahlreiche Outdoor Restaurants, in welchen man bei schönem Blick auf den Fluss das laotische Essen genießen kann.


Luang Prabang ist bekannt für seine zahlreichen, sehr schönen Tempel. Bei diesem wurde ich um 15:58 mit einem lauten “Finiiiiiiiiiiiish, Close!!!” von einer netten Dame vom Gelände verwiesen.


Der Tempel Wat Xieng Thong ist in meinen Augen der schönste in Luang Prabang.


Am späten Nachmittag sollte der Berg Phu Si bestiegen werden. Er ist ca. 100m hoch und ermöglicht einen schönen Ausblick auf die Stadt und den Sonnenuntergang am Mekong.


Früh morgens dann marschieren die Mönche aus den einzelnen Tempeln durch die Straßen von Luang Prabang und erhalten von den Einwohnern (und neuerdings auch von Touristen) Reis und andere Lebensmittel. Die Mönche jeder Tempelanlage gehen dabei geschlossen in einer Reihe hintereinander. Die älteren Mönche zu Beginn und die jüngeren Mönche und Kinder am Ende. Das ganze Spektakel beginnt ungefähr um 5:45 morgens und ist eine halbe Stunde später bereits zu Ende.


Ein letztes Foto noch: Die Wegentfernungen in dieser Stadt werden deutlich genauer angegeben als bei uns!

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Reisebekanntschaften

March 27th, 2009 — 12:00am

Abhängig davon, welche Gegend man bereist, welche Verkehrsmittel man auswählt und in welchen Unterkünften man übernachtet lernt man sehr unterschiedliche Menschen kennen. Drei kurze Bekanntschaften die ich hier bisher gemacht habe.

In meinem Guesthouse in Vientiane saßen Mittags Hans und René auf der Veranda und boten mir einen laotischen Whisky an. Hans ist Österreicher, arbeitet jedes Jahr drei Monate sehr hart in Österreich und kann anschließend vom ersparten Geld neun Monate in Cambodia leben.

René ist Franzose. Was er genau in Asien macht weiß ich nicht. Allerdings war sein laotisches Visum seit einem Monat abgelaufen und er musste eine Überziehugnsgebühr von 350 US$ zahlen, die er aber nicht zur Verfügung hatte. Er sorgte sich, dass er in Laos ins Gefängnis muss, schließlich konnte er aber mit seiner Bank einen Kredit aushandeln, so dass seine Probleme hoffentlich vom Tisch sind.

Dann war da noch eine Holländerin, mit der ich im Bus von Vientiane nach Luang Prabang gefahren bin. Sie hatte eine Plastiktasche mit Käse bei sich und verhandelte nach Ankunft in Luang Prabang so scharf mit dem Sammeltuktuk-Fahrer, dass wir am Ende 5000 Kip pro Person vom Busbahnhof ins Stadtzentrum bezahlten. Ein Laote, der ebenfalls mit uns fuhr, zahlte das Doppelte. Verrückt!!!

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