Aleppo

October 31st, 2010 — 12:00am

Die ersten zwei Tage verbrachte ich in Aleppo. Im Wesentlichen beschränkte ich mich auf die Erkundung der Altstadt, die aufgrund ihres riesigen Souqs, der Umayyad Moschee und der Zitadelle äußerst interessant ist.

Gleich am ersten Vormittag fiel mir die Freundlichkeit der Syrer auf. Nachdem ich an einem Straßenstand mein Frühstück gekauft hatte, aß ich es, gegen eine Wand gelehnt, auf dem Bürgersteig. Neben mir war ein Schuster mit seinem kleinen mobilen Stand, der mich sah und mir einen Stuhl zum hinsetzen anbot. Ich saß dort also, beobachtete ein wenig das Leben um mich herum, als der Schuster plötzlich verschwand und nach 2 Minuten mit einem Glas Wasser zurückkam, das er mir reichte.

Etwas später, beim Herumlaufen durch die engen Gassen der Altstadt, traf ich auf eine kleine Bäckerei, vor welcher auf einer Matte frische Fladenbrote ausgelegt waren. Der Besitzer der Bäckerei sah mich und drückte mir eines seiner Brote in die Hand. Eine ähnlich ausgeprägte Gastfreundschaft habe ich bisher nur im Jemen erlebt.


Uhrturm in der Nähe meines Hotels


Zitadelle


Blick aus dem Inneren der Zitadelle auf Aleppo


Innenhof der Umayyad Moschee


Der überdachte Souq ist einer der schönsten im nahen Osten und erinnerte mich an den Markt in der Altstadt von Jerusalem. Das Gelände ist riesig, besteht aus zwei Hauptwegen und zahlreichen Abzweigungen. Die Geschäfte verkaufen alle erdenklichen Waren des Alltagsgebrauchs.


An manchen Stellen im Souq tritt Licht durch Deckenöffnungen, die Strahlen sind aufgrund des aufgewirbelten Staubs klar umrissen.


Eine alte Karawanserei


Ich liebe alte Fahrräder. Dieses hier hat sich wie ein Chamäleon farblich seinem Hintergrund angepasst.

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Zwei Wochen in Syrien und Libanon

October 30th, 2010 — 12:00am

Vor ungefähr 10 Jahren habe ich in einer Zeitschrift einen Bericht über Damascus gelesen. Unter anderem wurden mehrere Fotos der Umayyad Moschee gezeigt, die mir sehr gefielen und ich nahm mir vor, Syrien eines Tages zu besuchen.

Jetzt endlich hatte ich die Gelegenheit. Syrien schien für zwei Wochen Urlaub im November sehr gut geeignet. Die Tagestemperatur beträgt knapp über 20 Grad und die Reisezeit reicht aus für ein Land dieser Größe. Da ich im Urlaub aber immer viel sehen möchte, beschloss ich, zusätzlich in den Libanon zu fahren.

Ich flog zu einem fairen Preis mit Turkish Airlines via Istanbul nach Aleppo im Norden von Syrien. Der Flug war angenehm, das Essen an Bord überdurchschnittlich gut.

Da wir mit einer Stunde Verspätung in Istanbul landeten, blieben mir 30 min. um meinen Anschlussflug zu erreichen. Ich stieg aus dem Flugzeug aus und ging zu einem Flughafenmitarbeiter, der wiederholt “Aleppo, Teheran, Osaka” rief. Wir warteten auf alle Passagiere, die zu einem dieser Anschussflüge wollten. Als schließlich unsere Gruppe aus mehreren Deutschen, Iranern und Japanern vollständig war, liefen wir mit Höchstgeschwindigkeit durch das Flughafengebäude, immer dem Flughafenmitarbeiter hinterher.

Meinen Weiterflug erreichte ich rechtzeitig und kam dann endlich um 1 Uhr nachts in Syrien an. Die Taxifahrer vor dem Flughafengebäude interessierten sich nicht besonders für mich, aber schließlich nahm mich einer von ihnen doch noch mit. Mein Hotel – Al Gawaher Guesthouse – in Mitten der Altstadt war schnell gefunden und ich schlief bis zum nächsten Morgen.


Hier eine Karte dieser Gegend. Ich blieb zunächst in Aleppo, fuhr dann über Hama nach Palmyra. Von Palmyra ging es nach Damascus und anschließend weiter, über die Grenze in den Libanon nach Baalbek. Von Baalbek fuhr ich schließlich nach Beirut, von wo aus ich zurückflog.

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Ein Nachmittag in Strasbourg

August 21st, 2010 — 12:00am

Hier die Fotos von einem kurzen Abstecher nach Strasbourg. Strasbourg ist mit dem Auto bequem in ca. 3,5 Stunden von München erreichbar. Da ich nur ein paar Stunden Zeit hatte, habe ich mich auf die Altstadt – Grande Île – konzentriert, die zum Unesco Weltkulturerbe gehört.


Rue du Maroquin mit zahlreichen Cafés, Restaurants und Souvenirgeschäften.


Place Kléber


Ausflugsboot für die kleine “Stadtrundfahrt”.


La Petite France, ein Viertel in der Altstadt, in welchem viele wunderschön restaurierte Fachwerkshäuser stehen.


Kathedrale von Strasbourg

Wäre mir in Strasbourg mehr Zeit zur Verfügung gestanden, hätte ich auch das Essen dort genießen können. So reichte es nur für eine Quiche, die ich beim herumwandern in der Altstadt verschlungen habe. Ich werde mir die Stadt sicherlich wieder ansehen, übernachte dort dann aber einmal, so dass der Besuch entspannter ist.
Der Parkplatz Parking Austerlitz in der Rue d’Austerlitz ist übrigens sehr empfehlenswert. Das Parken ist günstig und die Altstadt ist ca. 200m entfernt.

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Verlängertes Wochenende in Bosnien und Herzegowina

May 24th, 2010 — 12:00am

Über Pfingsten habe ich zusätzlich einen Urlaubstag genommen und bin über das verlängerte Wochenende nach Sarajevo geflogen. Am Flughafen Sarajevo angekommen klappte der Transport in das Stadtzentrum nicht wie erwartet. Es soll zwar einen Bus geben, der stündlich zwischen Flughafen und Innenstadt verkehrt, dieser tauchte jedoch nicht auf. Auch keiner der Flughafenmitarbeiter konnte mir sagen, wann und von wo der Bus lofährt.
So wartete ich eine dreiviertel Stunde, kaufte mir dann eine Stadtkarte und lief einfach los. Zunächst vom Flughafengelände in ein am Flughafen gelegenes Wohnviertel. Dort stieg ich in einen Bus ein, der mich in das Stadtzentrum brachte. Von dort fuhr ich einige Stationen mit einer Straßenbahn und ging den restlichen Weg zu meinem Hotel zu Fuß. Das Hotel war sehr schön gelegen, auf einem Berg mit Ausblick auf die ganze Stadt.
Interessant ist die in Bosnien und Herzegowina genutzte Währung. Die “konvertible Mark” war bis 2001 im Verhältnis 1:1 an die Deutsche Mark gekoppelt. Der heutige Wechselkurs zwischen Euro und konvertibler Mark entspricht dem Wechselkurs zwischen Euro und DM. Für einen Euro gibt es also 1,95583 konvertible Mark, die wiederrum in 100 “Feninga” unterteilt ist.


Brunnenumgrenzung bei der Gazi-Husrev-Beg Moschee im alten Stadtzentrum von Sarajevo


Der Fluss Miljacka fließt durch das gesamte Zentrum von Sarajevo


Kathedrale von Sarajevo


Fußgängerzone in der Altstadt mit zahlreichen Straßencafés


Eine weitere Moschee in der Altstadt


Der alte Brunnen im Stadtzentrum mit einer Horde von Tauben und einem Taubenfutterverkäufer


Eine der Brücken über die Miljacka. Aufgrund der zahlreichen fotografierenden Touristen auf der Brücke nahm ich an, dass es sich um die Lateinerbrücke handelt. Auf der Lateinerbrücke wurden der österreich-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau von einem serbischen Attentäter erschossen, was einer der Auslöser des ersten Weltkriegs war. Leider stelle ich gerade fest, dass ich die falsche Brücke fotografiert habe. Die Lateinerbrücke liegt 300 m westlich von der hier abgebildeten Brücke.


Einer der zahlreichen Friedhöfe in den Hügeln um Sarajevo. Die meisten Gräber stammen aus den Jahren 1992 – 1994. Dem Bürgerkrieg in dieser Zeit fielen alleine in Sarajevo ca. 10.000 Menschen zum Opfer, ca. 60.000 Menschen wurden verletzt.


Aussicht auf das Stadtzentrum


Aufgrund der schlechten Wettervorhersage entschloss ich mich, in das ca. 70 km von Sarajevo entfernte Mostar zu fahren. Mostar hat ca. 110.000 Einwohner und ist die größte Stadt im südlichen Landesteil Herzegowina. Mit dem Zug ging es um 07:05 Uhr morgens los, zweieinhalb Stunden später kam ich in Mostar an.


Die Zugfahrt führte durch eine sehr schöne Landschaft. Die Bahnstrecke wird gesäumt von bewaldeten Bergen und kleinen Dörfern in den Tälern.


In Mostar angekommen machte ich mich auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Seit dem Bürgerkrieg ist diese ethnisch zweigeteilt. Der westliche Stadtteil wird von Kroaten bewohnt, der östliche von Bosniaken. Zahlreiche Gebäude zwischen diesen Stadthälften wurden im Bürgerkrieg beschossen, zerbombt, und bisher nicht wieder aufgebaut.


Ich lief am Vormittag dann mehrere Stunden durch die Altstadt. Es war sonnig und angenehm warm. Die Altstadt war geflutet von Touristen aus aller Welt und zahlreichen Souvenirgeschäften, Straßencafés und Restaurants.


Stari Most, die alte Brücke über die Neretva, wurde im 16. Jahrhundert gebaut und während des Bürgerkriegs 1993 durch kroatischen Beschuss zerstört. 1995 begann die Rekonstruktion, 2004 wurde sie wiedereröffnet.

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Chisinau

April 30th, 2010 — 12:00am


Auf den Computern im Cosmos Hotel in Chisinau läuft eine russische Version von Windows. Immer wieder tauchen Fenster mit Informationen in kyrillischer Schrift auf, die ich nicht verstehe. Ich habe mich für das Cosmos Hotel trotz – oder gerade aufgrund – der schlechten Bewertungen im Internet und in meinem Reiseführer entschieden. Der Preis von 29 Euro pro Nacht beinhaltet ein Frühstücksbuffet. Das Hotel wurde 1973 gebaut und bis heute scheint vieles unverändert. Die Lobby ist groß, aber düster und verraucht, errinnert mich ein wenig an die U-Bahn Stationen in Bukarest. Schwere alte Teppiche liegen auf dem Boden und in den schwarzen Ledersesseln trinken russiche Gäste Bier und hochprozentigere Getränke.


Mein Zimmer gefällt mir. Im sechsten Stock gelegen habe ich ein Telefon und ein Radio vorgefunden, welche mit Sicherheit aus den siebziger Jahren stammen. Vom Fenster hatte ich Blick auf das Kotovskiy Monument. Das Hotelrestaurant war mittags leer, im Hintergrund spielte russische Musik und die Speisekarte bot zahlreiche russische Gerichte wie Pelmeni, Borschtsch oder Dorschleber.


Radio in meinem Zimmer


Am ersten Tag nach meiner Ankunft ging ich spazieren. Von meinem Hotel den Boulevard Stefan cel Mare entlang, immer in nordöstliche Richtung, bis zum Triumphbogen.


Hinter dem Triumphbogen befindet sich die “Kathedrale” von Chisinau. Eigentlich ist diese Kirche ziemlich klein. Als ich vorbeilief wurde im Inneren gerade eine Messe abgehalten. Ich trat ein, stellte mich in eine Ecke, und sah und hörte eine zeitlang zu. Die gesungenen Lieder waren sehr schön. Gläubige kamen an, stellten sich für ein paar Minuten dazu und gingen dann wieder. Einige ältere Frauen brachten selbstgebackenen Kuchen oder Hefezöpfe vorbei und stellten diese auf einen Tisch hinter mir.


Auf dem Rückweg kam ich an der Ciufleakirche vorbei…


…auf deren Hof sich eine kleine Kapelle befindet. Als ich dort meinen Fotoapparat rauszog kam sehr schnell ein Wachmann und sagte mir, dass das Fotografieren dort verboten sei.


Ich besichtigte die Stadt entweder zu Fuß oder fuhr mit den reichlich vorhandenen Trolleybussen.


Am zweiten Tag war das Wetter sehr gut. Und endlich war es auch warm, über 20 Grad. Ich setzte mich in einen Trolleybus und fuhr los. Nachdem ich an der Endhaltestelle wieder ausstieg, lief ich ein wenig umher und kam zufällig am Dendrariumpark vorbei. Bei gutem Wetter setzte ich mich auf eine Parkbank und las ein bisschen.


Das schöne Bahnhofsgebäude befand sich in fußläufiger Entfernung von meinem Hotel.

Da die Kinos in Chisinau Filme in russischer Übersetzung mit rumänischen Untertiteln vorführen, sah ich mich nach einer Alternative um und fand sie auch sehr schnell. Ich erhielt für 3 Euro eine Karte für ein klassisches Konzert der moldawischen Philharmonie. Die Vorstellung gefiel mir sehr gut. Gespielt wurde zunächst ein Stück von Sergei Prokofiev, welches ich sogar kannte. Das zweite Stück war wohl moderne klassiche Musik. Für mich eher verwirrend, da während der Vorführung einzelne Spieler in die Hände klatschen und einmal sogar eine Kuhglocke ertönte. Das dritte Stück war von Beethoven.


Am letzten Tag bin ich mit dem Bus zum Flughafen gefahren. Das Foto zeigt im Hintergrund ein dort ausgestelltes altes Flugzeug von Air Moldova. Da ich sehr früh am Flughafen ankam und der Check-In erst zwei Stunden später öffnete, setzte ich mich in einen Park gleich neben dem Flughafengebäude und wartete dort meinen Flug ab.

Zusammenfassend hat sich diese Reise sehr gelohnt. Ich hatte keine ausufernden Besichtigungsprogramme geplant und daher viel Zeit, um mich etwas auszuruhen. Beide Länder gefielen mir gut und die Menschen waren sehr nett.

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Bukarest

April 27th, 2010 — 12:00am

Aufgrund des Ausbruchs des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull fiel mein Flug mit Czech Airlines nach Belgrad aus. Ich konnte aber kurzfristig meinen Urlaub um eine Woche nach hinten verschieben und einen neuen Flug mit der Lufthansa nach Bukarest buchen. Somit hatte ich die Möglichkeit, eine Woche lang Rumänien und Moldawien näher kennenzulernen. In Bukarest angekommen fuhr ich zunächst zum Bahnhof um Fahrkarten nach Moldawien zu kaufen. Der Zug fährt alle zwei Tage abends in Bukarest los und kommt am nächsten Morgen in Chisinau an. Es gelang mir, eine Fahrkarte für die erste Klasse für ca. 40 € zu kaufen.


Da das Wetter den ganzen ersten Tag nicht besonders gut war, bin ich viel mit der U-Bahn herumgefahren und besuchte die beiden sehr großen Einkaufszentren Bucharest Mall und AFI Palace. Beide besitzen ein Multiplex Kino, welches Filme in Originalsprache mit rumänischen Untertiteln zeigt. Ich entschied mich, ins Kino zu gehen und sah mir am Vormittag “The Men Who Stare at Goats” (Rumänisch “Omul care se holba la capre”) und am Nachmittag “Date Night” (Rumänisch “Intalnire cu surprize”) an. Außerdem ging ich im großen Supermarkt der Bucharest Mall Lebensmittel einkaufen. Unter anderem fielen mir die praktischen 2-Liter und 2,5-Liter Plastikbierflaschen auf.


Am zweiten Tag schien schon morgens die Sonne und ich machte mich zu Fuß auf den Weg. Nachdem ich in einem kleinen Kiosk in der Nähe meines Hotels am Piata Romana eine Stadtkarte erhielt, lief ich Richtung Norden, bis ich am Piata Victoriei ankam. Von dort ging es weiter, die breite Allee Bulevardul Aviatorilor entlang…


…bis zum Triumphbogen.


Am Nachmittag fuhr ich mit der U-Bahn zum Piata Unirii, wo die Prachtstraße Bulevardul Unirii beginnt. Sie wurde von Nicolae Ceauşescu in Auftrag gegeben und absichtlich einen halben Meter breiter gebaut als die Champs-Élysées in Paris.


Am Ende des Bulevardul Unirii steht der ebenfalls von Ceauşescu gebaute Parlamentspalast – Palatul Parlamentului.


Im Rahmen halbstündiger Führungen kann das Innere des Palasts besichtigt werden. Die gigantischen Kronleuchter an den Decken,…


…die langen, vollständig mit Marmorplatten ausgekleideten Flure,…


…und die riesigen, sehr edel ausgestatteten Säle sind sehr beeindruckend und erinnerten mich ein wenig an das Innere der bayerischen Königsschlösser.


Der Balkon bietet eine beeindruckende Sicht auf die Piata Unirii. Und hier noch einige weitere Fakten zum Parlamentspalast:

  • Der Palast hat eine Grundfläche von 65.000 m2 und ist nach dem Pentagon das zweitgrößte Verwaltungsgebäude der Erde
  • Im Palast befinden sich 150.000 Glühlampen, 52.000 m2 Teppichböden und 2000 km elektrische Leitungen
  • Der Palast ist 275 m lang, 235 m breit und besteht aus 5100 Räumen
  • Donald Trump wollte den gesamten Palast kaufen und ihn in ein Spielcasino umwandeln
  • Nicolae Ceauşescu wurde 1989 noch vor der Fertigstellung des Palasts gestürzt und hingerichtet. Die Bauarbeiten waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen, aber ein Abriss wäre genauso teuer gewesen wie die Fertigstellung.
  • 1994 begrüßte Michael Jackson seine rumänischen Fans vom Balkon des inzwischen fertiggestellten Palasts mit den Worten “Hello Budapest!”


Im Folgenden noch weitere Impressionen aus Bukarest.


Am letzten Tag ging ich bereits am Nachmittag zum Bahnhof und wartete dort auf die Abfahrt meines Nachtzugs. Abgesehen von einem Betrunkenen, der mehrfach versuchte, einen Kaugummiautomaten zu verprügeln, gab es keine besonderen Vorkommnisse.
Im Zug nach Moldawien hatte ich ein Zweierabteil. Der Rumäne, mit welchem ich es teilte, stieg allerdings nach einer Stunde aus, so dass ich die ganze Nacht alleine im Abteil war. Leider wusste ich nicht, dass sich unter den Sitzbänken Bettdecken und Kopfkissen befanden. Ich erhielt vom Schaffner frische Bettbezüge und machte es mir auf diesen bequem, was zu einer eher schlaflosen Nacht führte.


Gerädert und beinahe erfroren an der Grenze angekommen wurden um 5:45 morgens zunächst die Passagiere und deren Gepäck kontrolliert. Anschließend wurden aufgrund unterschiedlicher Spurbreiten zwischen Rumänien und Moldawien die Fahrgeställe der Zugwagen ausgetauscht. Hierbei wurde der gesamte Zug durch Hebebühnen um ungefähr einen Meter angehoben, das Fahrgestell vom Zug losgelöst und durch ein anderes ersetzt. Anschließend wurde der Zug wieder abgesenkt und es ging weiter nach Chisinau.

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Kuwait

February 26th, 2010 — 12:00am

Das Fliegen im Nahen Osten ist dank Jazeera Airways ziemlich günstig und ich nutzte diese Fluggesellschaft für einen kleinen Abstecher nach Kuwait. Der Staat Kuwait liegt ca. 800 km nordwestlich von Dubai, der Flug dorthin dauert knapp über eine Stunde. Am Flughafen Dubai angekommen erfuhr ich jedoch, dass mein Flug um eine halbe Stunde nach hinten verschoben wurde. Darüberhinaus starten wir mit einer Stunde Verspätung, so dass ich mich eineinhalb Stunden später als erwartet dem Flughafen Kuwait näherte. Die letzten 15 Minuten vor der Landung schwebte das Flugzeug durch eine rötlich-braune Staubwolke. Land und Himmel waren nicht zu sehen und der Boden unter mir wurde erst kurz vor der Landung in ca. 100 Meter Höhe erkennbar. Die Angestellten am Flughafen trugen Atemmasken oder hielten sich Tücher vor Mund und Nase, um sich vor dem Staub in der Luft zu schützen.
Ich übernachtete in Salmiya, einem Bezirk in der Nähe von Kuwait-Stadt, und die Taxifahrt dorthin führte 20 km durch diesen roten Staub. Die Sicht betrug wenige hundert Meter, und mein Taxifahrer erzählte, dass dieser Staub aus dem Irak komme und sich bis zum nächsten Morgen legen wird (“The sand is from Iraq. Its red. We don´t have red sand here”).


Der Couchtisch im Hotelzimmer, welcher sicherlich vor meiner Ankunft gereinigt wurde, wies am Abend bereits eine Staubschicht auf.


Am nächsten Morgen war die Sicht aus meinem Hotelzimmer etwas besser, die Luft roch aber immer noch nach Sand und Staub und meine Augen fühlten sich nach einiger Zeit sehr trocken an. Meine Hoffnung, dass die Luft in den modernen Shopping Centern von Kuwait besser sein würde, erfüllte sich, und ich verbrachte zwei Stunden im Souk Sharq, einem großen und sehr schönen Einkaufszentrum.


Anschließend lief ich vom Einkaufszentrum auf der Uferpromenade entlang des persischen Golfs in Richtung Innenstadt.


Bei meinem Spaziergang durch das Zentrum von Kuwait kam ich an der Börse vorbei, an welcher gerade mehrere Kuwaitis mit weißen, arabischen Umhängen (Wertpapierhändler?) eintrafen.


Eine der Hauptstraßen durch die Stadt mit dem neu errichten Liberation Tower im Hintergrund, der das höchste Gebäude der Stadt darstellt.


Auch wenn überall neue Gebäude gebaut werden, sind an einigen Stellen Überreste der Altstadt erkennbar. Besonders interessant sind die Einkaufspassagen, die im Gegensatz zu Dubai ausschließlich von Einheimischen frequentiert werden.


Die Kuwait Towers sind eines der Wahrzeichen des Landes und wurden im Jahr 1979 fertiggestellt.


Am dritten Tag war der Staub verschwunden und die Fernsicht uneingeschränkt möglich. Auf dem Balkon meines Hotelzimmers stellte ich fest, dass ich den persischen Golf und sogar die Kuwait Towers in annähernd 10 km Entfernung sehen konnte


Infoschild in einem älteren Einkaufszentrum in der Altstadt.


Werbeplakat in der Nähe meines Hotels.

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Manila

February 13th, 2010 — 12:00am

Manila ist ab Kuala Lumpur mit Air Asia sehr einfach erreichbar. Das einzige Problem war der frühe Abflug um 07:20 in Kuala Lumpur, ich übernachtete deshalb im Tune Hotel in fußläufiger Entfernung vom Flughafen. Das Flugzeug landete nach ca. 3,5 Stunden Flugzeit am Clark Airport, von welchem Busse innerhalb von 2h in die Innenstadt von Manila fahren.


Am ersten Nachmittag unternahm ich nicht mehr viel und betrachtete nur noch am Abend den Sonnenuntergang an der Manila Bay in der Nähe meines Hotels.


Am zweiten Tag fuhr ich nach Intramuros, den ältesten Stadtteil von Manila. Hier befinden sich viele Gebäude aus der Kolonialzeit, wie z.B. Kirchen und Kaufmannshäuser, sowie ein Fort. Der Stadtteil ist von Mauern umgeben und wurde im 16. Jahrhundert von den Spaniern errichtet. Das Fort Santiago diente der Verteidigung der Stadt.


Von Intramuros aus ging ich zu Fuß zum Rizal Park, welcher nach dem philippinischen Freiheitskämpfer José Rizal benannt ist. Rizal wurde 1896 von den Spaniern exekutiert und ihm wurde ein Denkmal am südlichen Ende des Parks errichtet.


Wachenwechsel am Denkmal von Rizal.


Jeepneys sind auf den Philippinen ein beliebtes Fortbewegungsmittel. Es handelt sich um Jeeps, die von den US-Streitkräften zurückgelassen und derart modifiziert wurden, dass sie ca. 10 Passagiere aufnehmen können. Sie verkehren als Sammeltaxis auf festen Routen und sind häufig bunt bemalt.


Manila bietet sehr gute Einkaufsmöglichkeiten. Zwei der weltweit fünf größten Shopping Malls befinden sich im Großraum der Stadt und ich lief viel in der SM Mall of Asia (viertgrößte Shopping Mall) herum. Neben sehr vielen Geschäften sind dort auch ein Food Court mit zahlreichen Essensständen, ein Multiplex Kino…


…und sogar eine große Eislaufbahn untergebracht.


Am dritten Tag fuhr ich mit dem Bus nach Tagaytay zum Taal Vulkan. Tagaytay liegt am Rand eines sehr großen und alten Vulkankraters. Innerhalb dieses Kraters befindet sich Lake Taal, in dessen Mitte der Kegel des Taal Vulkans emporragt.


Von Tagaytay fuhr ich mit einem Jeepney hinab zum Lake Taal nach Talisay. Talisay ist ein kleines, sehr schönes Städtchen, in welches am Wochenende viele Ausflügler aus Manila einfallen. Am Freitag war es dort aber sehr ruhig.


Straße in Talisay.


Am vierten Tag machte ich einen Spaziergang durch die etwas älteren Stadtteile von Manila, westlich des Pasig Rivers. Dabei lief ich an der schönen Quiapo Kirche vorbei.

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Cape Coast

November 24th, 2009 — 12:00am

Die letzten zwei Tage vor meinem Rückflug verbrachte ich in Cape Coast, ca. 130km westlich von Accra entfernt, am Meer gelegen.


Ungefähr 45 Minuten von Cape Coast entfernt befindet sich der Kakum National Park. In diesem wurden 7 Hängebrücken mit einer Gesamtlänge von 330 Metern zwischen den Bäumen angebracht, so dass man sich den tropischen Regenwald aus einer Höhe von bis zu 30 Metern ansehen kann.


Beim rüberlaufen wackeln die schmalen Brücken ziemlich stark und es ist schwierig, das Gleichgewicht zu halten.


Anschließend sah ich mir in Cape Coast noch Cape Coast Castle an. Diese Burg diente der Unterbringung von Sklaven, die zum arbeiten in die europäischen Kolonien gebracht werden sollten.


Sicht von Cape Coast Castle auf Cape Coast

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Bergsteigen in Togo

November 22nd, 2009 — 12:00am

Um mich auch etwas sportlich zu betätigen, beschloss ich, den höchsten Berg Togos zu besteigen. Ich fuhr mit einem Taxi aus Kpalimé zum Fuß von Mount Agou. Dort angekommen, fand ich schnell einen Guide, der mich zum Gipfel führen konnte.


Der Aufstieg ging zunächst durch sehr dichte Vegetation mit zahlreichen Bananenpalmen und Avocadobäumen entlang des schmalen Weges.


Etwa nach dem halben Aufstieg kam ich in ein kleines Dorf, in welchem ich mich etwas ausruhen konnte.


Nach ca. 2,5 Stunden Aufstieg erreiche ich eine Höhe von 986 Metern und damit den Gipfel von Mount Agou.
Der Abstieg allerdings war noch mühevoller. Ich hatte nichts mehr zum trinken, war ziemlich hungrig und erschöpft und entschloss mich, nicht mehr den direkten Weg zu gehen, sondern die kleine Straße zu nutzen, die bis zum Berggipfel führt. Die Steigung dieser Straße ist gering und der Weg hinunter ins Tal ist 12km lang. Ziemlich müde und dehydriert kam ich wieder unten an, wo ich ein Taxi zurück nach Kpalimé nahm.

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