Beim Lesen eines Artikels von Chris Guillebeau erfuhr ich, dass der Irak ein interessantes und auch sehr sicheres Reiseziel sein kann. Die autonome Region Kurdistan ist zwar staatsrechtlich ein Teil des Iraks, besitzt jedoch eine eigene Regierung, ein eigenes Militär, und eine eigene Staatsflagge.
Im Gegensatz zum Rest des Iraks, welcher sich weiterhin in einem blutigen Bürgerkrieg befindet, gelang es der Regierung der autonomen Region Kurdistan, weitestgehende Stabilität und Sicherheit zu erreichen und auch zu erhalten.
So ist es inzwischen auch sehr einfach, Kurdistan zu bereisen. Neben zahlreichen Fluggesellschaften im nahen Osten sind auch Direktflüge mit Air Berlin, der Lufthansa und Austrian Airlines in die größte Stadt Erbil möglich. Ich entschloss mich, von Istanbul aus, in zweieinhalb Stunden mit der türkischen Fluggesellschaft Atlas Jet zu fliegen.
Der Flug verlief ohne besondere Vorkommnisse. Weder gab es verschärfte Sicherheitskontrollen beim Abflug in Istanbul, noch bei der Ankunft in Erbil.

Der Flughafen von Erbil ist mittelgroß und modern.

Innerhalb von 10 Minuten nach der Landung und nach einem herzlichen “Welcome to Kurdistan!” vom Grenzbeamten stand ich bereits vor dem Flughafengebäude und suchte nach einem Taxi in das etwa 10km entfernte Stadtzentrum.
In Erbil bin ich im Erbil Tower Hotel, einem etwas verblassten 4-Sterne Hotel untergekommen, welches wohl in seinen guten Jahren zu den besten Hotels der Stadt gehörte. Mit meinem ziemlich großen Zimmer im sechsten Stock bin ich sehr zufrieden, insbesondere weil ich von meinem Balkon oder auch vom Ledersessel im Zimmer aus das Treiben in den Straßen beobachten kann.
Es ist schwierig, nach nur zwei Tagen einen Eindruck einer Stadt zu erhalten und auch wiederzugeben. Für mich ist Erbil eine sehr unauffällige, mausgraue Stadt. Es gibt eine handvoll touristischer Sehenswürdigkeiten. Es gibt an jeder Straßenecke Kebab oder Falafel im Fladenbrot, sowie gegrillte Hähnchen zu kaufen. Es gibt einen großen überdachten Bazaar. Und zahlreiche Moscheen. Am ehesten erinnert mich Erbil an die Großstädte, die ich im Iran gesehen habe.
Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Ich teilte mir das Taxi mit einem jungen Iraker, der ebenfalls aus Istanbul angekommen war. Er lud mich ein, ihn in Kirkuk, seinem Endziel, zu besuchen (leider liegt Kirkuk im arabischen Teil des Iraks und ist daher zu gefährlich) und wollte am Hotel angekommen das ganze Taxi selber bezahlen. Auch überall sonst sind die Menschen sehr nett und helfen mir gerne weiter.

Mein Hotel liegt nur etwa 100 Meter von der Zitadelle im Stadtzentrum entfernt, so dass ich diese gleich am ersten Nachmittag besuchte. Auch die folgenden beiden Tage war ich einmal vormittags und einmal nachmittags dort und bin auf dem gesamten Gelände herumgelaufen.

Innerhalb der Mauern der Zitadelle befinden sich zahlreiche Wohngebäude und eine kleine Moschee.

Das Minarett dieser Moschee.

Im Zentrum der Zitadelle weht eine riesige kurdische Flagge.

Südliches Portal, welches aus der Zitadelle hinausführt.

Feingearbeitete Wandteppiche, die vor der Zitadelle verkauft werden.

Statue des aus Erbil stammdenen Schriftstellers Mubarak bin Ahmad Sharafeddin.

An das südliche Ende der Zitadelle schließt ein großer Platz mit zahlreichen Wasserflächen, Springbrunnen, Brücken und Sitzbänken an.

Uhrturm am Ende dieses Platzes.

Am Sonntag nachmittag waren viele Menschen unterwegs.

Am Abend wird der gesamte Platz beleuchtet.

Ein sehr altes Minarett im Minare Park.

Die Family Mall ist eines von mehreren großen und modernen Einkaufszentren in Erbil.

Wie in zahlreichen weiteren Einkaufszentren Asiens und des nahen Ostens gibt es in der Family Mall einen Eislauffläche.

Das Einkaufszentrum wird von einer riesigen Glaskuppel überdacht.

Die ziemlich große Jalil Khayat-Moschee steht etwas nordöstlich vom Stadtzentrum.

In der ganzen Stadt herrscht absolute Normalität. Nur beim Blick auf die Verkehrsschilder wird klar, in welchem Land man sich befindet.

Süßigkeiten und Nüsse im Souq von Erbil.


Ich habe etwas von diesem knallbunten Süßkram mit ins Hotel genommen. Einige Sachen schmeckten sehr lecker, andere waren viel zu süß. Dazu aß ich ein Fladenbrot, gefüllt mit Fleisch oder Falafel, Pommes Frites, Zwiebeln, Tomaten- und Gurkenwürfeln und gebratenen Auberginenscheiben.