Category: Syrien


Damascus

November 5th, 2010 — 12:00am

Der Hummus des Vorabends in Palmyra muss schlecht gewesen sein, was ich am nächsten Morgen und insbesondere während der Busfahrt von Palmyra nach Damascus zu spüren bekam.

Der Bus war sehr schön, ich hatte 2 Euro zusätzlich investiert für eines der besseren VIP-Fahrzeuge. Die Sessel waren mit Leder bezogen und es gab nur 3 Sitze in einer Reihe, so dass ziemlich viel Platz vorhanden war. Die Toilette an Bord war jedoch defekt, so dass der Bus aufgrund meiner Verdauungsprobleme anhalten musste. Mitten in der flachen Wüstenlandschaft suchte ich verzweifelt nach etwas Sichtschutz und verkroch mich schließlich hinter einem nicht besonders hohen Felsen, um ein paar der Bakterien wieder loszuwerden.


Als ich dann ca. 2 Stunden später in Damascus ankam, checkte ich im ersten Hotel ein, das ich sah. Das Zimmer war durchaus interessant. Ich habe schon ein paar mal in fensterlosen Hotelzimmern übernachtet…


…aber hinter dem Vorhang dieses Zimmers befand sich ein Fenster, welches geöffnet den Blick in den Fahrstuhlschacht freigab.
So lag ich am ersten Tag im Bett, ruhte mich aus und sah entweder Fern oder beobachtete den Fahrstuhl bei seinem ewigen Auf und Ab.


Die Altstadt von Damascus ist ziemlich groß und wird von einer alten Stadtmauer umschlossen. Typisches Bauelement sind die hier zu sehenden Erker, die meist durch Holzbalken gestützt werden.


Auch der Souq unterscheidet sich sehr stark vom Souq in Aleppo. Er besteht aus zweistöckigen Gebäuden – unten die Geschäfte – oben die Warenlager. Das hohe Dach wurde 1925 von Franzosen während der Niederschlagung eines Aufstands durchlöchert. Heute tritt Licht durch diese Einschusslöcher und am Tage erinnert die Überdeckung an einen Sternenhimmel.


Nach meiner schlechten Erfahrung mit Hummus konnte ich diesen nicht mehr sehen und ersetzte ihn auf meinem Speiseplan durch Pistazien, Cashewnüsse und syrische Süßigkeiten.
Letztere gibt es überall in abwechslungsreicher Fülle zu kaufen. Ihre Süße war grenzwertig aber für meinen Geschmack noch erträglich. Die Hauptzutaten sind wohl Honig, Zucker und unterschiedlichste Nussarten.


Am Freitag vor dem Mittagsgebet besuchte ich die Umayyad Moschee. Schon vor ihren Eingängen befanden sich dichte Menschenmengen. Die Gläubigen klatschten, sangen und bereiteten sich auf das Gebet vor.


Und hier das Innere der Umayyad Moschee. Der Grund für mich, in diese Weltgegend zu fliegen. Sie ist eine künstlerische Meisterleistung und in meinen Augen in ihrer Schönheit von anderen Moscheen unübertroffen.


Insbesondere die großflächig durch Mosaiks geschmückten Wände zeugen vom hohen Aufwand, den ihr Bau verursachte.


Im Inneren der Moschee schließlich hielt ich mich bis kurz vor dem Beginn des Freitagsgebets auf. Die Gebetshalle füllte sich langsam mit Gläubigen. Frauen, Männer, junge und alte Menschen.


Hier schließich noch einige weitere Eindrücke aus der Altstadt. Manche der Gebäude sind sehr schief und ich war überrascht, dass die Schwerkraft sie noch nicht besiegt hat.


Andere Gebäude wiederum wurden aufwändig restauriert und beherbergen jetzt Geschäfte oder auch teuere Hotels.

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Palmyra

November 2nd, 2010 — 12:00am

Als nächstes stand Palmyra auf meinem Reiseplan. Die Stadt befindet sich im Landesinneren und ist aufgrund der alten römischen Ruinen einen Besuch wert.


Am Nachmittag ging ich von meinen Hotel zu Fuß zu den Ruinen, zwischen denen ich bis zum Sonnenuntergang herumlief.


Das imposanteste Gebäude in Palmyra ist dieser Tempel, der dem Gott Baal gewidmet war.


Hier sind die riesigen Ausmaße des Areals erkennbar.


Das Sonnenlicht des späten Nachmittags ließ die Ruinen in einem kräftigen Orange erstrahlen.


Kurz vor Sonnenuntergang lief ich zurück ins Stadtzentrum, um noch eine Kleinigkeit zu essen.

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Hama

November 1st, 2010 — 12:00am

Nachdem ich zwei Tage in Aleppo verbracht hatte, ging es weiter nach Hama.


Zwischen den größeren syrischen Städten verkehren mehrmals täglich große moderne Busse. Die Entfernungen sind meistens nicht besonders groß, so dass das Reisen sehr bequem ist.


Hamas Altstadt ist klein, aber dennoch sehr schön.


Typisches Mittags- bzw. Abendessen: Eine Portion Humus (unten links), eine Portion Falafel (oben links), frischer Salat (mitte), eine Schüssel mit Pfefferminz und Zwiebeln (rechts) und ein Fladenbrot.


Der Hauptgrund für meinen Aufenthalt in Hama waren allerdings die Wasserräder, hier Norias genannt. Aufgrund ihres Alters und des Materials (Holz), müssen sie gelegentlich in Stand gesetzt werden.


Sie wurden früher in der Landwirtschaft zur Bewässerung verwendet. Das Wasserrad wird vom Fluss angetrieben. Dabei wird Wasser durch das Rad nach oben befördert, wo es in ein Aquädukt gelangt und zu den Feldern fließt.


Ich hatte zwar zuvor schon Fotos der Norias gesehen, war aber trotzdem überrascht, als ich vor ihnen stand. Da sowohl die Achse als auch die Halterung aus Holz bestehen, entsteht beim Drehen ein lautes Geräusch, dass mich an eine Mischung von Rennwagen und Kettensägen erinnerte.

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Aleppo

October 31st, 2010 — 12:00am

Die ersten zwei Tage verbrachte ich in Aleppo. Im Wesentlichen beschränkte ich mich auf die Erkundung der Altstadt, die aufgrund ihres riesigen Souqs, der Umayyad Moschee und der Zitadelle äußerst interessant ist.

Gleich am ersten Vormittag fiel mir die Freundlichkeit der Syrer auf. Nachdem ich an einem Straßenstand mein Frühstück gekauft hatte, aß ich es, gegen eine Wand gelehnt, auf dem Bürgersteig. Neben mir war ein Schuster mit seinem kleinen mobilen Stand, der mich sah und mir einen Stuhl zum hinsetzen anbot. Ich saß dort also, beobachtete ein wenig das Leben um mich herum, als der Schuster plötzlich verschwand und nach 2 Minuten mit einem Glas Wasser zurückkam, das er mir reichte.

Etwas später, beim Herumlaufen durch die engen Gassen der Altstadt, traf ich auf eine kleine Bäckerei, vor welcher auf einer Matte frische Fladenbrote ausgelegt waren. Der Besitzer der Bäckerei sah mich und drückte mir eines seiner Brote in die Hand. Eine ähnlich ausgeprägte Gastfreundschaft habe ich bisher nur im Jemen erlebt.


Uhrturm in der Nähe meines Hotels


Zitadelle


Blick aus dem Inneren der Zitadelle auf Aleppo


Innenhof der Umayyad Moschee


Der überdachte Souq ist einer der schönsten im nahen Osten und erinnerte mich an den Markt in der Altstadt von Jerusalem. Das Gelände ist riesig, besteht aus zwei Hauptwegen und zahlreichen Abzweigungen. Die Geschäfte verkaufen alle erdenklichen Waren des Alltagsgebrauchs.


An manchen Stellen im Souq tritt Licht durch Deckenöffnungen, die Strahlen sind aufgrund des aufgewirbelten Staubs klar umrissen.


Eine alte Karawanserei


Ich liebe alte Fahrräder. Dieses hier hat sich wie ein Chamäleon farblich seinem Hintergrund angepasst.

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Zwei Wochen in Syrien und Libanon

October 30th, 2010 — 12:00am

Vor ungefähr 10 Jahren habe ich in einer Zeitschrift einen Bericht über Damascus gelesen. Unter anderem wurden mehrere Fotos der Umayyad Moschee gezeigt, die mir sehr gefielen und ich nahm mir vor, Syrien eines Tages zu besuchen.

Jetzt endlich hatte ich die Gelegenheit. Syrien schien für zwei Wochen Urlaub im November sehr gut geeignet. Die Tagestemperatur beträgt knapp über 20 Grad und die Reisezeit reicht aus für ein Land dieser Größe. Da ich im Urlaub aber immer viel sehen möchte, beschloss ich, zusätzlich in den Libanon zu fahren.

Ich flog zu einem fairen Preis mit Turkish Airlines via Istanbul nach Aleppo im Norden von Syrien. Der Flug war angenehm, das Essen an Bord überdurchschnittlich gut.

Da wir mit einer Stunde Verspätung in Istanbul landeten, blieben mir 30 min. um meinen Anschlussflug zu erreichen. Ich stieg aus dem Flugzeug aus und ging zu einem Flughafenmitarbeiter, der wiederholt “Aleppo, Teheran, Osaka” rief. Wir warteten auf alle Passagiere, die zu einem dieser Anschussflüge wollten. Als schließlich unsere Gruppe aus mehreren Deutschen, Iranern und Japanern vollständig war, liefen wir mit Höchstgeschwindigkeit durch das Flughafengebäude, immer dem Flughafenmitarbeiter hinterher.

Meinen Weiterflug erreichte ich rechtzeitig und kam dann endlich um 1 Uhr nachts in Syrien an. Die Taxifahrer vor dem Flughafengebäude interessierten sich nicht besonders für mich, aber schließlich nahm mich einer von ihnen doch noch mit. Mein Hotel – Al Gawaher Guesthouse – in Mitten der Altstadt war schnell gefunden und ich schlief bis zum nächsten Morgen.


Hier eine Karte dieser Gegend. Ich blieb zunächst in Aleppo, fuhr dann über Hama nach Palmyra. Von Palmyra ging es nach Damascus und anschließend weiter, über die Grenze in den Libanon nach Baalbek. Von Baalbek fuhr ich schließlich nach Beirut, von wo aus ich zurückflog.

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