Category: Moldawien


Chisinau

April 30th, 2010 — 12:00am


Auf den Computern im Cosmos Hotel in Chisinau läuft eine russische Version von Windows. Immer wieder tauchen Fenster mit Informationen in kyrillischer Schrift auf, die ich nicht verstehe. Ich habe mich für das Cosmos Hotel trotz – oder gerade aufgrund – der schlechten Bewertungen im Internet und in meinem Reiseführer entschieden. Der Preis von 29 Euro pro Nacht beinhaltet ein Frühstücksbuffet. Das Hotel wurde 1973 gebaut und bis heute scheint vieles unverändert. Die Lobby ist groß, aber düster und verraucht, errinnert mich ein wenig an die U-Bahn Stationen in Bukarest. Schwere alte Teppiche liegen auf dem Boden und in den schwarzen Ledersesseln trinken russiche Gäste Bier und hochprozentigere Getränke.


Mein Zimmer gefällt mir. Im sechsten Stock gelegen habe ich ein Telefon und ein Radio vorgefunden, welche mit Sicherheit aus den siebziger Jahren stammen. Vom Fenster hatte ich Blick auf das Kotovskiy Monument. Das Hotelrestaurant war mittags leer, im Hintergrund spielte russische Musik und die Speisekarte bot zahlreiche russische Gerichte wie Pelmeni, Borschtsch oder Dorschleber.


Radio in meinem Zimmer


Am ersten Tag nach meiner Ankunft ging ich spazieren. Von meinem Hotel den Boulevard Stefan cel Mare entlang, immer in nordöstliche Richtung, bis zum Triumphbogen.


Hinter dem Triumphbogen befindet sich die “Kathedrale” von Chisinau. Eigentlich ist diese Kirche ziemlich klein. Als ich vorbeilief wurde im Inneren gerade eine Messe abgehalten. Ich trat ein, stellte mich in eine Ecke, und sah und hörte eine zeitlang zu. Die gesungenen Lieder waren sehr schön. Gläubige kamen an, stellten sich für ein paar Minuten dazu und gingen dann wieder. Einige ältere Frauen brachten selbstgebackenen Kuchen oder Hefezöpfe vorbei und stellten diese auf einen Tisch hinter mir.


Auf dem Rückweg kam ich an der Ciufleakirche vorbei…


…auf deren Hof sich eine kleine Kapelle befindet. Als ich dort meinen Fotoapparat rauszog kam sehr schnell ein Wachmann und sagte mir, dass das Fotografieren dort verboten sei.


Ich besichtigte die Stadt entweder zu Fuß oder fuhr mit den reichlich vorhandenen Trolleybussen.


Am zweiten Tag war das Wetter sehr gut. Und endlich war es auch warm, über 20 Grad. Ich setzte mich in einen Trolleybus und fuhr los. Nachdem ich an der Endhaltestelle wieder ausstieg, lief ich ein wenig umher und kam zufällig am Dendrariumpark vorbei. Bei gutem Wetter setzte ich mich auf eine Parkbank und las ein bisschen.


Das schöne Bahnhofsgebäude befand sich in fußläufiger Entfernung von meinem Hotel.

Da die Kinos in Chisinau Filme in russischer Übersetzung mit rumänischen Untertiteln vorführen, sah ich mich nach einer Alternative um und fand sie auch sehr schnell. Ich erhielt für 3 Euro eine Karte für ein klassisches Konzert der moldawischen Philharmonie. Die Vorstellung gefiel mir sehr gut. Gespielt wurde zunächst ein Stück von Sergei Prokofiev, welches ich sogar kannte. Das zweite Stück war wohl moderne klassiche Musik. Für mich eher verwirrend, da während der Vorführung einzelne Spieler in die Hände klatschen und einmal sogar eine Kuhglocke ertönte. Das dritte Stück war von Beethoven.


Am letzten Tag bin ich mit dem Bus zum Flughafen gefahren. Das Foto zeigt im Hintergrund ein dort ausgestelltes altes Flugzeug von Air Moldova. Da ich sehr früh am Flughafen ankam und der Check-In erst zwei Stunden später öffnete, setzte ich mich in einen Park gleich neben dem Flughafengebäude und wartete dort meinen Flug ab.

Zusammenfassend hat sich diese Reise sehr gelohnt. Ich hatte keine ausufernden Besichtigungsprogramme geplant und daher viel Zeit, um mich etwas auszuruhen. Beide Länder gefielen mir gut und die Menschen waren sehr nett.

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