November 21st, 2009 — 12:00am
Die Straßen von Accra sind voller fliegender Händler, die zwischen den Autos herumlaufen und ihre Waren auf dem Kopf balanzieren. Die häufig im Stau stehenden Autofahrer rufen ihnen zu, wenn sie etwas benötigen und die Händler müssen sich dann beeilen und alles erledigen, bevor der Stau sich auflöst oder die Ampeln auf grün schalten. Gesehen habe ich Verkäufer mit Popcorn, Erdnüssen, Kaugummis, Plastikpäckchen mit Trinkwasser, Plastikpäckchen mit Joghurt, Zeitungen, Toilettenpapier und Superkleber. Aber auch viel Unerwartetes wurde auf den Straßen zum Verkauf angeboten. So zum Beispiel Hundeleinen, Hundewelpen, Heckenscheren, Wanduhren, Herrenschuhe und mehrfach Gemälde von Jesu letztem Abendmahl. Die Arbeit auf der Straße muss furchtbar anstrengend und ungesund sein. Die Händler laufen den ganzen Tag zwischen den Autos herum, es gibt keinen Schatten und die Luft ist voller Abgase.
Die Fortbewegungsmittel in Ghana, Togo und Benin sind sehr vielfältig und reichen von klapprigen Motorrädern bis hin zu modernen Langstreckenbussen. Ich bin hauptsächlich mit Sammeltaxis und Motorradtaxis gefahren. Insbesondere die Sammeltaxis sind ein interessantes Fortbewegungsmittel und können sehr bequem sein. Die verwendeten Autos sind mittelgroß und nehmen sechs Passagiere (zwei auf dem Beifahrersitz und vier auf dem Rücksitz) auf. Gezahlt wird pro Sitzplatz und die Autos fahren los, sobald sie voll sind. Abhängig vom Zielort kann dies von 10 Minuten bis hin zu mehreren Tagen dauern. Immer wenn es möglich war, bezahlte ich den doppelten Fahrpreis, und erhielt dadurch den ganzen Beifahrersitz für mich allein.

Sammeltaxi in Togo. Die meisten Fahrzeuge auf meiner Reise hatten gesprungene Windschutzscheiben.

Mein Guide in Ouidah

Entlang meiner Fahrstrecke habe ich zahlreiche Unfallfahrzeuge gesehen. Lohnt sich eine Reparatur nicht mehr, werden diese einfach am Straßenrand liegen gelassen.

Besonders Abwechslungsreich war meine Reise von Abomey in Benin nach Kpalimé in Togo. Die Fahrt bis Azové in einem Sammeltaxi war einfach und schnell. In Azové musste ich das ganze Taxi mieten und konnte bis zur Grenze fahren. Hinter der Grenze jedoch gab es keine Fortbewegungsmittel. Keine Autos, nicht einmal Motorräder. Der Grenzer sagte mir, dass das nächste Dorf, Tohoun, 2km entfernt sei und mir blieb nichts anderes übrig, als zu Fuß zu gehen. In Tohoun erfuhr ich, dass es keine Sammeltaxis oder Busse nach Kpalimé gibt, also musste ich mit einem Motorradtaxi bis Notsé fahren. Dort sagte man mir, dass der nächste Kleinbus nach Kpalimé in zwei Stunden abfährt.

Vier Stunden später ging es dann tatsächlich los. Der Bus war allerdings so alt, dass er immer wieder stehen blieb. Ich musste dann aussteigen, der Fahrer baute seinen Sitz und den Beifahrersitz aus, legte das Getriebe frei und fing an, herumzubasteln.

Die Strecke war aber sehr schön und 12 Stunden nach dem Beginn meiner Reise war ich in meinem Hotel in Kpalimé angekommen.
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November 20th, 2009 — 12:00am
Abomey ist eine kleinere Stadt mit ca. 60000 Einwohnern. Ich habe mich dort zwei Tage aufgehalten und dabei vieles gesehen und erlebt.

Mein Mittagessen am Straßenrand. Der Teller Bohnen kostete mich 50 CFA, also ca. 8 Cent.


Im Gegensatz zu den westafrikansichen Großstädten war es hier angenehm ruhig. Ich bin mehrere Stunden lang spazieren gegangen. Weg von der Hauptstraße, entlang der kleineren Nebenstraßen. Habe die Menschen und das Leben dort beobachtet.

Am Nachmittag habe ich mir mit meinem Guide Josaphat zunächst einen der Königspaläste in Abomey angesehen. Diese gehören zum Unesco Weltkulturerbe.



Danach ging es zum Markt von Abomey, auf welchem ein Bereich sich auf Voodoo-Utensilien spezialisiert. Dort können vor allem Tierknochen und Tierkadaver erworben werden, die während der Durchführung von Voodoo-Zeremonien Verwendung finden. Neben Schädeln unterschiedlichster Säugetiere gibt es dort getrocknete Vögel, Chamäleons, Schlangen, Schlangenhäute, Felle von Wildkatzen, ja sogar einen Krokodilkopf und eine Affenhand habe ich gesehen.



Anschließend sind wir in das kleine Dorf Detohou, ungefähr 10km von Abomey entfernt, gefahren. Auf dem Weg haben wir an einem der zahlreichen Benzin-Verkaufsstände das Motorrad aufgetankt. Diese sind in Westafrika überall zu sehen. Es gib zwar auch Tankstellen wie bei uns, aber die Verkäufer am Straßenrand mit den benzingefüllten Glasflaschen überwiegen.




In Detohou habe ich diese kleine Schnapsbrennerei entdeckt. Die Einwohner boten mir ein Gläschen vom Selbstgebrannten an.

Schließlich ging es noch zu einer Voodoo-Zeremonie. Ich brachte dem Voodoo-Priester Kolanüsse und eine Flasche Schnaps und dann ging es los. Der Priester sang und tanzte, anschließend fertigte er ein Glücksamulett für mich an. Hierzu ging ich in seine Hütte und erhielt ein Horn und einen Ziegenschädel. Das Horn hielt ich in der linken Hand und den Ziegenschädel in der rechten Hand während der Priester irgendein Pulver in die Luft blies und unterschiedliche Sprüche murmelte. Dabei vergass er ständig meinen Namen, so dass er immer wieder stockte und Josaphat ihm erneut sagten musste, wie ich heiße.


Anschließend ging es wieder nach draußen. Ich erhielt eine Hühnerfeder und musste mit dieser Palmöl auf mehrere Steinstatuen schmieren. Der angekettete Affe des Priesters versuchte mich jedes mal zu beißen, wenn ich an ihm vorbeilief.
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November 14th, 2009 — 12:00am
Wenn ich erzähle, dass ich für 2 Wochen nach Westafrika fliege, sind die meisten Menschen überrascht. Die drei Länder Ghana, Togo und Benin, die ich dort besuchen werde, befinden sich nicht auf den Reiserouten der meisten Urlauber. Dennoch bieten sie, so hoffe ich zumindest, aufgrund ihrer politischen Stabilität, Sicherheit und guter touristischen Infrastruktur einen angenehmen Einstieg auf dem afrikanischen Kontinent.
Die Vorbereitungen auf diese Reise waren aufwendig und auch teuer.
- Eine Gelbfieberimpfung ist Voraussetzung für die Einreiseerlaubnis dieser Länder. Die Kosten hierfür betrugen 33 € im Tropeninstitut München.
- Malaria ist in diesen Ländern stark verbreitet. Im Tropeninstut wurde mir zur Chemoprophylaxe angeraten, d.h. das Malariamedikament wird im Gegensatz zur Stand-By Medikation täglich eingenommen. Deshalb musste ich zwei Packungen Malarone kaufen, die 125 € kosteten.
- Weiterhin habe ich ein Moskitonetz, sowie zwei Anti Brumm Forte-Sprays im Reisegepäck, hier nochmals Gesamtkosten von ca. 50 €.
- Deutsche benötigen für alle drei Länder ein Einreisevisum. Die Visaformulare waren zum Teil nur auf französisch verfasst und mussten in bis zu vierfacher Ausführung an die Botschaften in Berlin geschickt werden. Die Gesamtkosten hierfür lagen bei ca. 180 €.
Heute Nachmittags um 14:25 geht es los. Zunächst in 5:40 Stunden mit Emirates EK050 von München nach Dubai, anschließend morgen früh mit EK787 in 9:00 Stunden von Dubai nach Accra, der Hauptstadt von Ghana.

Die Reiseroute führt mich von Accra über Lomé in Togo nach Cotonou in Benin und voraussichtlich auf derselben Strecke wieder zurück nach Accra. In Ghana und Benin werde ich einen Abstecher ins Landesinnere, nach Kumasi bzw. Abomey machen. Ich freue mich auf ein neues Abenteuer!
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