Category: Armenien


Armenien

April 26th, 2011 — 12:00am

Von Tiflis nach Yerevan fuhr ich in einem Sammeltaxi, welches in Georgien Marshrutka genannt wird. Die Fahrt dauerte nur etwa 5h und war kurzweilig, da die Landschaft zwischen den beiden kaukasischen Hauptstädten sehr abwechslungsreich ist.


Von Tiflis ging es zunächst in einem Tal entlang eines Flusses bis zur armenischen Grenze. Von dort schraubte der Bus sich über Serpentinen in die Höhe bis zu einem Hochplateau, welches wir überquerten. Am Ende des Plateaus war in der Ferne dann auch schon die Stadt Yerevan zu sehen.


Yerevan überraschte mich sehr, da die Stadt völlig anders war, als ich sie mir vorgestellt hatte. Sauber und gepflegt, mit breiten Boulevards und teueren Geschäften, zahlreichen Straßencafés, Restaurants und vielen jungen Menschen, die auf den Straßen flanierten.


Ich ging den ganzen ersten Tag im kompakten Stadtzentrum zu Fuß spazieren. Hier Bilder vom zentralen Platz, dem Hanrapetutyan Hraparak (Republic Square).


Impossant sind die Cascades, Treppen, die im Norden der Stadt einen Hügel hochführen,…


…von welchem das gesamte Stadtzentrum und der Berg Ararat in der nicht allzuweit entfernten Türkei zu sehen sind.


Werbung für Kalashnikov Vodka am Straßenrand.


Am nächsten Morgen fuhr ich mit einem Taxi zum 40 km südlich von Yerevan gelgenen Kloster Khor Virap. Dieses liegt näher an der türkischen Grenze als Yerevan und bei gutem Wetter kann man den phantastischen Blick auf Berg Ararat genießen.


Leider war der Himmel während meines Besuchs bewölkt, so dass der Fuß des Berges zwar klar zu erkennen war, der Gipfel jedoch in der Wokendecke verschwand. Der Besuch des Klosters lohnte sich dennoch.

Nachdem ich mittags nach Yerevan zurückgekehrt war, fuhr ich zum “Sammeltaxi-Bahnhof”. Dort hatte ich Glück. Ich fand ein Taxi, welches kurz darauf losfuhr und mich direkt bis in die südarmenische Stadt Kaplan mitnahm. Die Fahrt war allerdings sehr anstrengend, ja sogar furchteinflößend. Der Fahrer des Sammeltaxis rauchte ununterbrochen Zigaretten und telefonierte auf seinem Handy, während er den Wagen durch die Serpentinen in den Bergen von Südarmenien manövrierte. Er hatte eine Audiokasette dabei, von welcher er abwechselnd Seite 1 (Armenische Volksmusik) und Seite 2 (Modern Talking) im Autoradio abspielte. So kam ich auf der 5-stündigen Fahrt mehrmals in den Genuß von “Cheri Cheri Lady”. Böser Taxifahrer!


In der Kleinstadt Kapan angekommen weigerte ich mich, in eine Marshrutka einzusteigen und handelte statt dessen mit einem älteren Taxifahrer den Preis für die Weiterfahrt aus. Dieser machte einen gebrechlichen Eindruck und lief auf Krücken, so dass ich mich bei ihm in Sicherheit wähnte.


Kaum fuhren wir los, gab allerdings auch dieser sofort Gas, und so ging es mit hohem Tempo weiter in Serpentinen über mehrere Gebirgspässe.


Am höchsten Pass begann es sogar stark zu schneien und ich war daher sehr froh, zwei Stunden später heil und gesund in Agarak an der iranischen Grenze angekommen zu sein.


Im Grenzort übernachtete ich und erhielt in meinem Guesthouse ein leckeres Abendessen, welches aus selbstangebautem Gemuese, Brot, Eiern, Käse, sowie selbstgebranntem Vodka bestand. Die Gastgeber waren sehr nett und ich unterhielt mich den ganzen Abend über auf russisch mit ihnen (mein russicher Wortschatz besteht aus ca. 20 Wörtern, so dass ich auf sehr viel Gestik zurückgreifen musste).


Gute Nacht! Am nächsten Morgen stärkte ich mich in der Küche des Guesthouse noch schnell mit Keksen und einer Tasse Kaffee und machte mich anschließend zu Fuß auf den Weg zur iranischen Grenze.

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Kaukasus, Iran und die Arabische Halbinsel

April 21st, 2011 — 12:00am

Mal wieder liegt eine sehr schöne Reise hinter mir. Mein Ziel war der Iran. Seit ich vor vielen Jahren Fotos der Stadt Isfahan in einer Zeitschrift gesehen habe, wollte ich dieses Land besuchen. Da ich 3 Wochen Zeit hatte, konnte ich mir aber auch einige weitere Länder in dieser Weltgegend ansehen.

Ich flog zunächst in die georgische Hauptstadt Tiflis. Von dort ging es nach Yerevan in Armenien und dann weiter in den Iran. Dort reiste ich von Tabriz im Nordwesten in südliche Richtung bis nach Shiraz. Von dort flog ich nach Bahrain und dann weiter nach Katar auf der arabische Halbinsel. Schließlich ging es über London zurück nach München.

Diese Art zu Reisen ist herausfordernd. So wusste ich zum Beispiel nicht, ob ich ein iransiches Visum erhalten werde. Ich buchte daher einen Lufthansa Flug von München nach Tiflis und einen Rückflug von Sofia nach München. So hatte ich eine Alternative zum Iran. Ich hätte von Georgien über die Türkei nach Bulgarien reisen können. Da ich das Visum für den Iran erhielt, liess ich den Rückflug verfallen (Hin- und Rückflug waren deutlich günstiger als nur ein Oneway Flug nach Georgien).
Dann wurde auch noch mein Direktflug von Shiraz nach Bahrain storniert. Aufgrund politischer Spannungen zwischen dem Iran und Bahrain setzte Gulf Air alle Flugverbindungen zwischen den beiden Ländern aus. Ich musste daher mit Air Arabia zunächst nach Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten fliegen und von dort weiter nach Bahrain.
Am Ende klappte aber alles, solche Kleinigkeiten machen das Reiseleben spannender.

Zusammenfassend hat mich die Reise begeistert. Georgien und Armenien boten unerwartet viele Sehenswürdigkeiten. Der Iran war wie erwartet fantastisch. Bahrain und Katar haben nur wenige Sehenswürdigkeiten aber aufgrund einer Hitzewelle war der Aufenthalt dort dennoch ein Erlebnis. Und London ist eine herrliche Stadt. Ein Besuch macht Spaß, auch wenn ich dieses mal nur wenige Stunden Zeit hatte.

In den nächsten Wochen gibt es hier nähere Informationen zu dieser Reise. Ich brauche aber noch etwas Zeit, da ich sehr viele Fotos gemacht habe und diese selber erst durchsehen muss.

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