Meknes und Fes
Gestern bin ich mit dem Zug von Marrakesh nach Meknes gefahren. Das Zugnetz in Marokko ist gut ausgebaut und die Züge fahren relativ pünktlich. Die erste Klasse besteht aus klimatisierten 6er-Abteilen, in der zweiten Klasse sitzen 8 Leute in einem Abteil.
In Meknes habe ich in Bahnhofsnähe sehr schnell ein schönes altes Hotel aus den 1930er Jahren gefunden – das Hotel Majestic. Beeindruckend finde ich die Telefonanalage in der Rezeption des Hotels, die vermutlich genau so alt ist wie das Hotel. Um eine Verbindung zu einem Hotelzimmer herzustellen, wird ein Stecker in den entsprechenden Schlitz eines Steckpults gesteckt. Anschließend wird das Telefonklingeln im Zimmer durch regelmässiges Herunterdrücken eines Hebels erzeugt.
Meknes ist eine sehr schöne, und im Gegensatz zu Fes, welches eine Zugstunde entfernt ist, wenig touristische Stadt. Dennoch gibt es hier einige Sehenswürdigkeiten, von welchen ich mir bisher nur das berühmte Bab el-Mansour anagesehen habe. Das Tor wurde 1732 fertig gestellt und gehört zu den schönsten Toren Marokkos.
Verzierung an einem Brunnen, der sich am Place an-Nejjarine in Fes befindet.
Der Brunnen ist außerdem mit sogenannten Zellij verziert, marokkanischen Mosaiken. Zellij sind überall in Marokko zu finden und zieren viele Brunnen, Tore und Häuserfassaden. Um ein Zellij herzustellen, werden Einzelteile mit einem Hammer und Meisel solange bearbeitet, bis sie die richtige Form haben und mit duzenden oder hunderten weiterer Steine ein komplexes geometrisches Muster ergeben.
Verzierte Tür in Altstad von Fes
In den Medinas von Marokko werden Esel und Maulesel zum Transport von Waren durch die engen Gassen verwendet. Die Besitzer treiben sie mit hoher Geschwindigkeit voran und machen mit Warnrufen auf sich aufmerksam. Ich wurde mehrmals beinahe von diesen Tieren gerammt, konnte im letzten Moment noch ausweichen. Außerdem wurde ich von einem Esel an eine Hauswand gedrückt, als er in einer sehr engen Gasse einem Maulesel ausweichen musste.
Da mir der Zug von Fes zurück nach Meknes vor der Nase weggefahren ist (bin um 16:49 am Bahnhof angekommen, der Zug fuhr um 16:50 und der nächste Zug erst zwei Stunden später) habe ich mich entschlossen, mit einem Sammeltaxi zu fahren. Das sind alte Mercedes E-Klassen aus den 80er Jahren, die losfahren, sobald sie voll sind. Ein Fahrer und sechs Reisende sitzen in so einem Auto – zwei auf dem Beifahrersitz und vier auf dem Rücksitz. Im Auto war es sehr eng aber es war auf jedenfall eine interessante und lustige Erfahrung. Zum Glück dauerte die Fahrt nur eine Stunde.
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