Armenien

Von Tiflis nach Yerevan fuhr ich in einem Sammeltaxi, welches in Georgien Marshrutka genannt wird. Die Fahrt dauerte nur etwa 5h und war kurzweilig, da die Landschaft zwischen den beiden kaukasischen Hauptstädten sehr abwechslungsreich ist.


Von Tiflis ging es zunächst in einem Tal entlang eines Flusses bis zur armenischen Grenze. Von dort schraubte der Bus sich über Serpentinen in die Höhe bis zu einem Hochplateau, welches wir überquerten. Am Ende des Plateaus war in der Ferne dann auch schon die Stadt Yerevan zu sehen.


Yerevan überraschte mich sehr, da die Stadt völlig anders war, als ich sie mir vorgestellt hatte. Sauber und gepflegt, mit breiten Boulevards und teueren Geschäften, zahlreichen Straßencafés, Restaurants und vielen jungen Menschen, die auf den Straßen flanierten.


Ich ging den ganzen ersten Tag im kompakten Stadtzentrum zu Fuß spazieren. Hier Bilder vom zentralen Platz, dem Hanrapetutyan Hraparak (Republic Square).


Impossant sind die Cascades, Treppen, die im Norden der Stadt einen Hügel hochführen,…


…von welchem das gesamte Stadtzentrum und der Berg Ararat in der nicht allzuweit entfernten Türkei zu sehen sind.


Werbung für Kalashnikov Vodka am Straßenrand.


Am nächsten Morgen fuhr ich mit einem Taxi zum 40 km südlich von Yerevan gelgenen Kloster Khor Virap. Dieses liegt näher an der türkischen Grenze als Yerevan und bei gutem Wetter kann man den phantastischen Blick auf Berg Ararat genießen.


Leider war der Himmel während meines Besuchs bewölkt, so dass der Fuß des Berges zwar klar zu erkennen war, der Gipfel jedoch in der Wokendecke verschwand. Der Besuch des Klosters lohnte sich dennoch.

Nachdem ich mittags nach Yerevan zurückgekehrt war, fuhr ich zum “Sammeltaxi-Bahnhof”. Dort hatte ich Glück. Ich fand ein Taxi, welches kurz darauf losfuhr und mich direkt bis in die südarmenische Stadt Kaplan mitnahm. Die Fahrt war allerdings sehr anstrengend, ja sogar furchteinflößend. Der Fahrer des Sammeltaxis rauchte ununterbrochen Zigaretten und telefonierte auf seinem Handy, während er den Wagen durch die Serpentinen in den Bergen von Südarmenien manövrierte. Er hatte eine Audiokasette dabei, von welcher er abwechselnd Seite 1 (Armenische Volksmusik) und Seite 2 (Modern Talking) im Autoradio abspielte. So kam ich auf der 5-stündigen Fahrt mehrmals in den Genuß von “Cheri Cheri Lady”. Böser Taxifahrer!


In der Kleinstadt Kapan angekommen weigerte ich mich, in eine Marshrutka einzusteigen und handelte statt dessen mit einem älteren Taxifahrer den Preis für die Weiterfahrt aus. Dieser machte einen gebrechlichen Eindruck und lief auf Krücken, so dass ich mich bei ihm in Sicherheit wähnte.


Kaum fuhren wir los, gab allerdings auch dieser sofort Gas, und so ging es mit hohem Tempo weiter in Serpentinen über mehrere Gebirgspässe.


Am höchsten Pass begann es sogar stark zu schneien und ich war daher sehr froh, zwei Stunden später heil und gesund in Agarak an der iranischen Grenze angekommen zu sein.


Im Grenzort übernachtete ich und erhielt in meinem Guesthouse ein leckeres Abendessen, welches aus selbstangebautem Gemuese, Brot, Eiern, Käse, sowie selbstgebranntem Vodka bestand. Die Gastgeber waren sehr nett und ich unterhielt mich den ganzen Abend über auf russisch mit ihnen (mein russicher Wortschatz besteht aus ca. 20 Wörtern, so dass ich auf sehr viel Gestik zurückgreifen musste).


Gute Nacht! Am nächsten Morgen stärkte ich mich in der Küche des Guesthouse noch schnell mit Keksen und einer Tasse Kaffee und machte mich anschließend zu Fuß auf den Weg zur iranischen Grenze.

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