Tiflis, Mzcheta und Gori

Die Reise begann also mit einem Lufthansaflug nach Tiflis, der Hauptstadt Georgiens. Hierbei lernte ich zum ersten mal die neue Europakabine (“NEK”) der Lufthansa kennen. Die Rückenlehnen sind äußert dünn, so dass es z.B. in den Airbus Kurz- und Mittelstrecken-Flugzeugen möglich wird, 1-2 zusätzliche Sitzreihen unterzubringen. Während das Ganze von Lufthansa mit “Schlanker Sitz für mehr Platz” beworben wird, nahm ich keinen Unterschied in der Beinfreiheit wahr. Statt dessen verspürte ich jedes mal einen Stoß im Rücken, wenn mein Hintermann meine Rückenlehne berührte. Apropos Hintermann: Aus meiner Sicht ist es in Ordnung, bei Flügen die Schuhe auszuziehen, vorausgesetzt man hat frische Socken angezogen und keinen Fußgeruch. Der Flug wird dadurch etwas bequemer. Nicht in Ordnung ist es allerdings, die Füße während der Suche nach einer angenehmen Sitzposition irgendwo in der Nähe anderer Passagier abzustellen. Ich musste mehrfach die Füße meines Hintermanns mit dem Ellenbogen vom hinteren Teil meiner Armlehne herunterwischen. Pfui! Bäääh! Eklig!


Ich landete nach ca. 3,5 Stunden Flugzeit mit ungefähr einer Stunde Verspätung, die mich aber nicht besonders störte, da es sowieso mitten in der Nacht war. Draußen vor dem Flughafengebäude war es noch dunkel und ich legte mich zunächst im Ankunftsbereich noch etwas zum Schlafen hin. Dank Sleeping in Airports wusste ich, dass die Flächen unter den Rolltreppen mit weichem Kunstrasen versehen sind. Dort war es tatsächlich sehr bequem und ich konnte gut schlafen.

Morgens fuhr ich bei Regen in das Stadtzentrum, wo sich mein Hotel befand. Da noch kein Zimmer bereitstand, bot mir der Hotelmitarbeiter zunächst an, dass ich mich in einem kleinen Zimmer ausruhen kann, bis eines der Gästezimmer frei wird. Dann wollte er wissen, ob ich Wein trinke und holte eine Flasche georgischen Rotwein, die wir gemeinsam leerten. Das war der freundlichse und angenehmste Empfang, den ich bisher in einem Hotel erlebte. Ich muss sagen, dass mir die georgischen Weine auch in den nächsten Tagen gut schmeckten und habe inzwischen in München ein Geschäft am Stachus gefunden, wo es diese zu kaufen gibt. Ansonsten hat es den ganzen ersten Tag geregnet, so dass ich abgesehen von einem kurzen Spaziergang den größten Teil meiner Zeit im Hotelzimmer verbrachte.

Auch am nächsten Morgen regnete es noch, hörte dann aber im Verlauf des Vormittags auf und gegen Mittag schien bereits die Sonne, so dass das Sightseeing beginnen konnte. Ich lernte zufällig eine Ukrainerin kennen, die dort ebenfalls Urlaub machte und wir beschlossen, gemeinsam die Stadt zu besichtigen. Hier ein paar Impressionen aus dem Stadtzentrum von Tiflis:


Irgendeine Siegessäule? *g* Weiß nicht mehr, wo genau das war.


Blick auf den Fluss Kura und die Festung Narikala auf dem gegenüberliegenden Hügel.


Vorderansicht der Metechi-Kirche.


König Wachtang I. Gorgassali, der Gründer von Tiflis.


Nochmals der Fluss Kura mit dem Stadtzentrum zu beiden Seiten.


Glocken in der Nähe der Narikala-Festung.


Kartlis Deda Statue in der Nähe der Narikala-Festung. Sie hält in der rechten Hand ein Schwert für Feinde bereit und in der linken Hand eine Schale Wein für Freunde.


Betlemi Kirche unterhalb der Kartlis Deda.


Hier muss ich nochmals passen. Diese Kirche steht im Stadtzentrum, ich weiß ihren Namen aber nicht.


Am Nachmittag schlug meine Reisebekanntschaft Lana vor, mit dem Bus in das nahe gelegene Städtchen Mzcheta zu fahren um dort das Dschwari-Kloster anzusehen. Das Kloster liegt auf einem Berg über Mzcheta, ist sehr alt und im Inneren schlicht eingerichtet.


Außen dann ein Anblick wie aus dem Bilderbuch. Im Tal unterhalb des Klosters liegt der Zusammenfluss der beiden Flüsse Aragwi und Kura in einer herrlichen Landschaft.


Nach der Besichtigung des Klosters schlug ich noch vor, einen Abstecher nach Gori zu machen. Wenn man schon einmal in Georgien ist und wenn man schon einmal die Gegend um Tiflis erkundet, sollte ein Besuch dieses Städtchens nicht fehlen. Die Zitadelle von Gori liegt auf einem Hügel oberhalb der Stadt.


Der eigentliche Grund Gori zu besuchen ist aber ein anderer. Josef Stalin wurde hier 1878 geboren und wird offenbar immer noch verehrt. Während weltweit die meisten Statuen des sowjetischen Diktators demontiert wurden, gibt es in Gori ein Stalin-Museum. Hier können unter anderem sein gepanzerter Eisenbahnwagen…


…sowie sein Geburtshaus besichtigt werden. Um das kleine Haus wurde eine Art Ehrentempel gebaut.


Und hier eine der wenigen weltweit verbliebenen Stalin-Statuen.


Auf dem Rückweg fuhren wir nochmals über Mzcheta, wo wir uns die Swetizchoweli-Kathedrale ansahen. Anschließend ging es zurück nach Tiflis.


Hier ein paar Eindrücke aus dem Inneren der Kathedrale.


Schmackhaftes Abendessen in Tiflis mit Käsetaschen und einer Flasche Rotwein. Die georgische Sprache fand ich irgenwie komisch. Sie klingt, wie soll ich es beschreiben, unecht. Wie eine erfundene Sprache in einem Fantasyfilm. So fiel es mir z.B. schwer, georgische Städtenamen (“Mzcheta”) oder U-Bahnstationen in Tiflis (“Guramishvili”, “Sarajishvili”, “Marjanishvili”) im Gedächtnis zu behalten. Der Etikett auf der Weinflasche: “Telavuri-Evropuli is a white dry wine, produced from Rkatsiteli grapes grown in Telavi region of Kakheti, on the right bank of Alazani river”.


Nachdem wir zwei Flaschen Wein getrunken hatten, sahen wir die Live-Überetragung der Ostermesse im Fernsehen und beschlossen, dort auch noch vorbeizuschauen. Als wir dort ankamen, war es mittlerweile 2 Uhr nachts, aber die hell erleuchtete Sameba-Kathedrale war immer noch voller Menschen.


Hier ein Foto der Ostermesse aus dem Inneren der Kathedrala.

Fazit: Georgien ist super. Leckere Käsetaschen, guter Wein und sehr nette Menschen. Werde sicher zurückkommen.

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