Fahrt nach Yogyakarta
Heute bin ich früh morgens aufgestanden damit ich mit dem günstigeren Zug nach Yogyakarta fahren kann. Der Zug fuhr um 6:00 und ich stellte meinen Wecker auf 4:45. Allerdings musste ich früh morgens feststellen, dass Indonesien tatsächlich das Land mit den meissten Moslems der Welt ist. Pünktlich um 4:30 weckte mich der Muezin mit seinem Singen und hörte erst auf, als mein Wecker anfing zu klingeln. 4:30 scheint hier die normale Gebetszeit zu sein und ich freue mich schon auf die nächsten langen und erholsamen Nächte.
Das Ticket für 7 Euro habe ich ohne Probleme bekommen.

Die Zugfahrt dauerte lange 10 Stunden und ich hatte leider nichts zu lesen dabei. Dafür einen netten Gegenüber mit dem ich hin und wieder bisschen plauderte. Er konnte zwar kein Wort englisch und ich hab ein indonesisches Vokabular von ungefär 10 Wörtern aber die Kommunikation klappte dann doch so einigermassen. Die Zugfahrt ging durch eine endlose Ebene mit Reisfeldern und später durch eine Berglandschaft mit Reisfterassen. Auf dem Weg sah ich Bauern, die ihre Felder mit Büffeln pflügten und viele Menschen mit spitzen Strohhüten, die Reis anpflanzten oder ernteten.

Ausserdem kamen die ganze Zugfahrt über fliegende Händler die ihre Waren anboten. Sie legten das was sie verkaufen wollten vor mich auf den Tisch und kamen später wieder damit ich es mir genau ansehen konnte. Unter anderem wurden verkauft: LCD-Spiele, Taschenlampen, Portmonais, Schmuck, Spielzeug, Aufkleber, Handy-Halter aus Holz, Cowboyhüte, Kochlöffel usw. Dann gab es viele “Künstler”, die Lieder sangen oder auf Gitarren spielten (inkl. einer Transvestiten-Band). Auch viele Bettler liefen vorbei. Und kleine Kinder, die den Boden mit einem Besen fegten oder Duftspray versprühten und Geld dafür verlangten. Ausserdem bestand ein ständiges Angebot an verschiedenem Essen, Süssigkeiten und Getränken. Deswegen war die 10-stündige Fahrt dann doch nicht so langweilig.
In Yogyakarta angekommen bin ich mit einer Fahrradrikscha (Becak) in die Touristengegend gefahren und hab ein Hotelzimmer für 4 Euro genommen.

Ausserdem hab ich wieder Geld getauscht. Jetzt bin ich zum ersten mal im Leben Millionär.

Dafür schlafe ich aber in einem Zimmer, in dessen Bad es keine Dusche gibt. Stattdessen muss ich mich einseifen und dann mit einem Schöpflöffel Wasser über mich giessen. Das ganze heißt hier “Mandi”. Sehr interessant :-)
Ich hab dann noch spät Nachmittags eine kleine Tour durch Yogyakarta gemacht und ständig wollten mich Schlepper in irgendwelche Batikgschäfte bringen. Dazu hab ich aber weder Geld noch Zeit.

Die zwei Haupttransportmöglichkeiten hier sind die Fahrradrikschas, die für 40 Cents überallhin fahren und Pferdekutschen. Morgen möchte ich, falls das Wetter es zulässt, eine der alten Tempelanlagen in der Nähe von Yokyakarta ansehen.
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