Gruesse aus Sanaa

Heute morgen um 3:40 wurde ich daran erinnert, dass ich im Jemen bin. In der Naehe meines Hotels ist eine Moschee, und um diese Uhrzeit werden die Bewohner hier geweckt, damit sie um 5 Uhr morgens zum ersten Gottesdienst gehen koennen. Geschlafen habe ich also wenig, etwa 5 Stunden. Bin heute den ganzen Tag rumgelaufen und entsprechend etwas muede. Aber das ist es wert, Sanaa ist einmalig. Ueberall gibt es soviel zu sehen, dass ich mit offenem Mund stundenlang kreuz und quer durch die Altstadt wandere und Fotos mache.

Die Altstadt von Sanaa ist beeindruckend. Auf einer Flaeche von ungefaehr zwei Quadratkilometern stehen hunderte, bis zu 400 Jahre alte Haeuser. Dazwischen fuehren enge Strassen oder kleine verwinkelte Gaesschen.

Das Foto zeigt das alte Stadttor “Bab Al Yaman” mit einigen Haendlern davor.

Hier sind nochmals mehrere alte Gebaeude zu sehen. Sie sind einzigartig und einer der Gruende, warum ich diese Stadt besuchen wollte.

Krummdolche, sogennante “Janbiyas”, sind weit verbreitet im Jemen. Jeder Mann traegt so einen Dolch bei sich. Jambiyas sind ein Statussymbol, es gibt hier eine breite Auswahl von einfachen Exemplaren für 5 Euro bishin zu Dolchen für mehrere Tausend Euro. Diese haben einen Griff aus Nashorn und die Scheiden sind mit feiner Silberarbeit verziert.

Das vielleicht Interessanteste am Leben hier ist Qat. Qat ist eine Pflanze, die im Laufe des Nachmittags und Abends von den meisten jemenitischen Maennern konsumiert wird. Die Wirkung ist aehnlich der von Kaffee. Quat wird gekaut und anschliessend in der Mundbacke aufbewahrt (“gespeichert”), so dass sich im Laufe des Nachmittags ein Walnuss-grosser Klumpen bildet. Der ganze Klumpen wird weiterhin im Mund behalten, dazu wird viel Wasser getrunken, damit sich die aufputschenden Stoffe loesen und ihre Wirkung entfalten. 40% des Bruttosozialprodukts werden mit Qat erwirtschaftet und 30% des Wasserverbrauchs dienen dem Anbau dieser Pflanze. Ich hab Qat versucht, aber fand ihn nicht besonders gut. Die Blaetter schmecken wie Gras.

Die Menschen hier sind sehr nett. Ueberall wird man mit “Welcome to Yemen” oder “Hellooooooo” begrüsst. Kinder laufen mir hinterher und rufen “Surah, surah” – wollen fotografiert werden. Als ich meinen Stadtplan rauszog um den Weg zu einer Moschee zu finden, wurde ich von 15 Maennern umringt, die mir alle helfen wollten.

Das Klima von Sanaa ist fuer arabische Verhaeltnisse kuehl. Tagsüber wird es hier 27 Grad warm, in der Nacht fallen die Temperaturen auf 13 Grad. Das liegt daran, dass die Stadt 2200 Meter hoch liegt.

Ich fühle mich hier sehr wohl, schade dass ich schon morgen zurueck nach Dubai fliege.

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