October 31st, 2010 — 12:00am
Die ersten zwei Tage verbrachte ich in Aleppo. Im Wesentlichen beschränkte ich mich auf die Erkundung der Altstadt, die aufgrund ihres riesigen Souqs, der Umayyad Moschee und der Zitadelle äußerst interessant ist.
Gleich am ersten Vormittag fiel mir die Freundlichkeit der Syrer auf. Nachdem ich an einem Straßenstand mein Frühstück gekauft hatte, aß ich es, gegen eine Wand gelehnt, auf dem Bürgersteig. Neben mir war ein Schuster mit seinem kleinen mobilen Stand, der mich sah und mir einen Stuhl zum hinsetzen anbot. Ich saß dort also, beobachtete ein wenig das Leben um mich herum, als der Schuster plötzlich verschwand und nach 2 Minuten mit einem Glas Wasser zurückkam, das er mir reichte.
Etwas später, beim Herumlaufen durch die engen Gassen der Altstadt, traf ich auf eine kleine Bäckerei, vor welcher auf einer Matte frische Fladenbrote ausgelegt waren. Der Besitzer der Bäckerei sah mich und drückte mir eines seiner Brote in die Hand. Eine ähnlich ausgeprägte Gastfreundschaft habe ich bisher nur im Jemen erlebt.

Uhrturm in der Nähe meines Hotels

Zitadelle


Blick aus dem Inneren der Zitadelle auf Aleppo


Innenhof der Umayyad Moschee


Der überdachte Souq ist einer der schönsten im nahen Osten und erinnerte mich an den Markt in der Altstadt von Jerusalem. Das Gelände ist riesig, besteht aus zwei Hauptwegen und zahlreichen Abzweigungen. Die Geschäfte verkaufen alle erdenklichen Waren des Alltagsgebrauchs.




An manchen Stellen im Souq tritt Licht durch Deckenöffnungen, die Strahlen sind aufgrund des aufgewirbelten Staubs klar umrissen.




Eine alte Karawanserei



Ich liebe alte Fahrräder. Dieses hier hat sich wie ein Chamäleon farblich seinem Hintergrund angepasst.
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October 30th, 2010 — 12:00am
Vor ungefähr 10 Jahren habe ich in einer Zeitschrift einen Bericht über Damascus gelesen. Unter anderem wurden mehrere Fotos der Umayyad Moschee gezeigt, die mir sehr gefielen und ich nahm mir vor, Syrien eines Tages zu besuchen.
Jetzt endlich hatte ich die Gelegenheit. Syrien schien für zwei Wochen Urlaub im November sehr gut geeignet. Die Tagestemperatur beträgt knapp über 20 Grad und die Reisezeit reicht aus für ein Land dieser Größe. Da ich im Urlaub aber immer viel sehen möchte, beschloss ich, zusätzlich in den Libanon zu fahren.
Ich flog zu einem fairen Preis mit Turkish Airlines via Istanbul nach Aleppo im Norden von Syrien. Der Flug war angenehm, das Essen an Bord überdurchschnittlich gut.
Da wir mit einer Stunde Verspätung in Istanbul landeten, blieben mir 30 min. um meinen Anschlussflug zu erreichen. Ich stieg aus dem Flugzeug aus und ging zu einem Flughafenmitarbeiter, der wiederholt “Aleppo, Teheran, Osaka” rief. Wir warteten auf alle Passagiere, die zu einem dieser Anschussflüge wollten. Als schließlich unsere Gruppe aus mehreren Deutschen, Iranern und Japanern vollständig war, liefen wir mit Höchstgeschwindigkeit durch das Flughafengebäude, immer dem Flughafenmitarbeiter hinterher.
Meinen Weiterflug erreichte ich rechtzeitig und kam dann endlich um 1 Uhr nachts in Syrien an. Die Taxifahrer vor dem Flughafengebäude interessierten sich nicht besonders für mich, aber schließlich nahm mich einer von ihnen doch noch mit. Mein Hotel – Al Gawaher Guesthouse – in Mitten der Altstadt war schnell gefunden und ich schlief bis zum nächsten Morgen.

Hier eine Karte dieser Gegend. Ich blieb zunächst in Aleppo, fuhr dann über Hama nach Palmyra. Von Palmyra ging es nach Damascus und anschließend weiter, über die Grenze in den Libanon nach Baalbek. Von Baalbek fuhr ich schließlich nach Beirut, von wo aus ich zurückflog.
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