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Verlängertes Wochenende in Bosnien und Herzegowina

May 24th, 2010 — 12:00am

Über Pfingsten habe ich zusätzlich einen Urlaubstag genommen und bin über das verlängerte Wochenende nach Sarajevo geflogen. Am Flughafen Sarajevo angekommen klappte der Transport in das Stadtzentrum nicht wie erwartet. Es soll zwar einen Bus geben, der stündlich zwischen Flughafen und Innenstadt verkehrt, dieser tauchte jedoch nicht auf. Auch keiner der Flughafenmitarbeiter konnte mir sagen, wann und von wo der Bus lofährt.
So wartete ich eine dreiviertel Stunde, kaufte mir dann eine Stadtkarte und lief einfach los. Zunächst vom Flughafengelände in ein am Flughafen gelegenes Wohnviertel. Dort stieg ich in einen Bus ein, der mich in das Stadtzentrum brachte. Von dort fuhr ich einige Stationen mit einer Straßenbahn und ging den restlichen Weg zu meinem Hotel zu Fuß. Das Hotel war sehr schön gelegen, auf einem Berg mit Ausblick auf die ganze Stadt.
Interessant ist die in Bosnien und Herzegowina genutzte Währung. Die “konvertible Mark” war bis 2001 im Verhältnis 1:1 an die Deutsche Mark gekoppelt. Der heutige Wechselkurs zwischen Euro und konvertibler Mark entspricht dem Wechselkurs zwischen Euro und DM. Für einen Euro gibt es also 1,95583 konvertible Mark, die wiederrum in 100 “Feninga” unterteilt ist.


Brunnenumgrenzung bei der Gazi-Husrev-Beg Moschee im alten Stadtzentrum von Sarajevo


Der Fluss Miljacka fließt durch das gesamte Zentrum von Sarajevo


Kathedrale von Sarajevo


Fußgängerzone in der Altstadt mit zahlreichen Straßencafés


Eine weitere Moschee in der Altstadt


Der alte Brunnen im Stadtzentrum mit einer Horde von Tauben und einem Taubenfutterverkäufer


Eine der Brücken über die Miljacka. Aufgrund der zahlreichen fotografierenden Touristen auf der Brücke nahm ich an, dass es sich um die Lateinerbrücke handelt. Auf der Lateinerbrücke wurden der österreich-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau von einem serbischen Attentäter erschossen, was einer der Auslöser des ersten Weltkriegs war. Leider stelle ich gerade fest, dass ich die falsche Brücke fotografiert habe. Die Lateinerbrücke liegt 300 m westlich von der hier abgebildeten Brücke.


Einer der zahlreichen Friedhöfe in den Hügeln um Sarajevo. Die meisten Gräber stammen aus den Jahren 1992 – 1994. Dem Bürgerkrieg in dieser Zeit fielen alleine in Sarajevo ca. 10.000 Menschen zum Opfer, ca. 60.000 Menschen wurden verletzt.


Aussicht auf das Stadtzentrum


Aufgrund der schlechten Wettervorhersage entschloss ich mich, in das ca. 70 km von Sarajevo entfernte Mostar zu fahren. Mostar hat ca. 110.000 Einwohner und ist die größte Stadt im südlichen Landesteil Herzegowina. Mit dem Zug ging es um 07:05 Uhr morgens los, zweieinhalb Stunden später kam ich in Mostar an.


Die Zugfahrt führte durch eine sehr schöne Landschaft. Die Bahnstrecke wird gesäumt von bewaldeten Bergen und kleinen Dörfern in den Tälern.


In Mostar angekommen machte ich mich auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Seit dem Bürgerkrieg ist diese ethnisch zweigeteilt. Der westliche Stadtteil wird von Kroaten bewohnt, der östliche von Bosniaken. Zahlreiche Gebäude zwischen diesen Stadthälften wurden im Bürgerkrieg beschossen, zerbombt, und bisher nicht wieder aufgebaut.


Ich lief am Vormittag dann mehrere Stunden durch die Altstadt. Es war sonnig und angenehm warm. Die Altstadt war geflutet von Touristen aus aller Welt und zahlreichen Souvenirgeschäften, Straßencafés und Restaurants.


Stari Most, die alte Brücke über die Neretva, wurde im 16. Jahrhundert gebaut und während des Bürgerkriegs 1993 durch kroatischen Beschuss zerstört. 1995 begann die Rekonstruktion, 2004 wurde sie wiedereröffnet.

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