“Helluuuuuuuu my Friend”-Mensch
Da ich den Terminus “Helluuuuuuuu my Friend”-Mensch bereits hier erwähnte, möchte ich an dieser Stelle erkären, was es mit diesem auf sich hat. Das Wort “Hello”, häufig auch “Helluuuuuuuu” ausgeprochen, ist in vielen Ländern keine Begrüßung im eigentlichen Sinne sondern wird verwendet, um Aufmerksamkeit zu erregen. Hierbei werden unterschiedliche Techniken eingesetzt, im Folgenden einige Beispiele:
- Die fundamentalste Art ist der laute Schrei “Helluuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu!”, häufig von der gegenüberliegenden Straßenseite und laut genug, um den Verkehrslärm zu übertönen.
- Etwas ausgeklügelter ist das stakkatoartige “Hello!, hello!, hello!, hello!…”. Zwischen den einzelen Wörtern findet eine Pause von ca. 0,5 Sekunden statt.
- Am weitesten verbreitet ist allerdings die Variante “Hello!, Hello!, my Friend!, Hello!, my Friend!, my Friend!, my Friend!, Hello!…”. Hier werden die beiden Bestandteile “Hello” und “My Friend” in zufälliger Reihenfolge aneinander gehängt.
Sobald der Blickkontakt zum schwitzenden, langnasigen Touristen hergestellt worden ist, kann der eigentliche Informationsgehalt der Nachricht übermittelt werden. Dieser reicht von Speiseangeboten (“Hello my Friend, Chicken Curry?”), über Verkehrsverbindungen (“Hello my Friend, Taxi / Tuktuk / Camel?”) bis hin zu Dienstleistungen der anderen Art (“Hello my Friend, young bangladeshi Woman?”).
Ich verstehe, dass die Konkurrenz hier sehr groß ist und um die Kunden gekämpft wird. Auch stört mich das Ganze normalerweise nicht. An manchen Tagen kann es aber sehr anstrengend sein, alle 20 Sekunden die gutgemeinten Angebote freundlichst abzulehnen. In solchen Momenten ist es erleichternd, eine unerwartete Antwort zu geben.
Er: “Helluuuuuuuu my Friend, Tuktuk?”
Ich: “Sure, how much to London?”
Er: “Helluuuuuuuu my Friend, Lady Massage?”
Ich: “Yeeeeeeeaaaaaah, how much you pay?”
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