Archive for June 2006


Siberian Tiger Park

June 29th, 2006 — 12:00am

Heute morgens war ich im Siberian Tiger Park, ungefaehr 15km noerdlich von Harbin. Der sibirische Tiger ist die groesste aller Katzenarten und uebertrifft in der Koerperlaenge (bis zu 290cm) und dem Gewicht (bis zu 320kg) sogar den Loewen.
Der sibirische Tiger ist eine der am meisten bedrohten Tierarten, im nordosten Chinas leben heute noch 300 Exemplare, von denen nur ungefaehr 30 Katzen in freier Wildbahn vorkommen. Der Siberian Tiger Park dient zum Schutz und zur Aufzucht dieser Tiere, damit sie zu einem spaeteren Zeitpunkt ausgesetzt werden koennen. Weitere Tiere kommen im zu China angrenzenden Gebiet Russlands, sowie in Nordkorea vor.


Der Park verbreitet ein sehr intensives “Jurassic Park”-Gefuehl. Ueber eine Sicherheitsschleuse gelangt man in den Park, der aus mehreren Grossgehegen besteht. Die Gehege sind durch Eisentore voneinander getrennt und von hohen Zeunen und Stacheldraht umgeben. An den mit Schutzgittern umgebenen Fahrzeugen sind Klappen angebracht, durch welche die Tiger mit Huehnern und anderen Fleischstuecken gefuettert werden koennen (hm, wie sollen die Tiere dadurch auf die freie Wildbahn vorbereitet werden?).


Waehrend der halbstuendigen Rundfahrt durch die Gehege kommt man den Tigern sehr nah. Ihre Groesse ist wirklich beeindruckend. In ihrer Lieblingsaktivitaet unterscheiden sie sich aber nicht besonders von den Pandabaeren. Die meisten Tiere schlafen und lassen sich nicht durch die Besucher stoeren.

Anschliessend kann man entlang durch Eisengitter geschuetzter Gaenge spazierengehen und weitere Tiere aus der Naehe beobachten. Hier werden sogar die chinesischen Senioren aktiv und schlagen ihre Gehstoecke mit voller Kraft an die Metallgitter, damit die Tierchen sich ein bischen bewegen.

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Hoteltelefon

June 28th, 2006 — 12:01am

Meistens ziehe ich das Telefon im Hotelzimmer aus dem Stecker, da ich nicht in der Nacht geweckt werden moechte. Hier in China rufen abends “Massage”-Diensleister haeufig alle Zimmer eines Hotels an, um Kunden zu finden.
Habe gestern aber angefangen, die Leute zu verarschen. Macht mehr Spass, als sie zu ignorieren…

Gestriges Telefonat, es klingelt, ich hebe ab:

Ich: Wei? (Hallo?)
sie: Nin hao, xuyao anmo ma? (Hallo, brauchen Sie eine Massage?)
Ich: Wei?
sie: Nin hao, xuyao anmo ma?
Ich: Wei?
sie: …
Ich: Wei?
sie: aaaaaah?
Ich: Wei?
sie: aaaaaah?
Ich: Wei?
sie: Legt auf.

Habe schon Plaene fuer die naechsten Anrufe:

* sie auf tschechisch, deutsch, englisch, franzoesisch oder japanisch vollquatschen
* einfach alles wiederholen, was sie sagt
* fragen, wieviel Geld ich fuer die Massage bekomme
* laut deutsche Volksmusik auf dem Computer vorspielen (ok, das grenzt an Sadismus)
* versuchen, einen Mengenrabatt fuer 3 Frauen gleichzeitig auszuhandeln
* fragen, ob sie mir eine als Marienkaefer verkleidete Dame, sowie meherere Tuben Zahnpaste, mehrere Glaeser Brombeermarmelade und eine Mausefalle aufs Zimmer schicken kann
* fragen, ob ich eine Abhiyanga Ayurveda-Massage mit sibirischem Fichtenoel und anschliessend ein Ohrenpeeling, sowie eine Nasenhaarentfernung bekommen kann

Wird sicherlich lustig…

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Pimp my Blog

June 28th, 2006 — 12:00am

Die Fotos der Eintraege ab dem 16.05.06 koennen jetzt durch Mausklick vergroessert werden. Anschliessend den Back-Button des Browsers betaetigen um zurueck zum Blog zu kommen.

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Die lange Zeit in Harbin

June 27th, 2006 — 12:00am

Ich bin seit 11 Tagen in Harbin. Das Personal im Hotel kennt mich inzwischen und die Putzfrau sagte mir heute, es geht das Geruecht um, dass ich bald die Stadt verlassen wuerde. Habe tatsaechlich vor 2 Tagen ein Zugticket fuer die Weiterreise gekauft und werde am 30.06 nach Dalian fahren.
Hm, also was gibt es ueber Harbin zu erzaehlen. Nachdem der erste Tag nicht so toll lief, habe ich mich inzwischen eingelebt. Ich habe ein Lieblingsrestaurant, ein Lieblings-DVD-Geschaeft und einen Lieblingsfriseur (aufgrund eines Kommunikationsproblems sehe ich jetzt aus wie ein Kanarienvogel).
Viel mehr ist aber auch nicht passiert… Nachdem ich zu Beginn meiner Reise viel unterwegs war, konzentriere ich mich jetzt etwas mehr auf mein Chinesisch. Sitze jeden Tag stundenlang im Hotel und ackere langweilige Lehrbuecher durch (ich waer jetzt so gerne in Xinjiang oder Tibet oder Pakistan… *seufz*).
Harbin, bzw. die gesamte Heilongjiang Provinz, stand zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter einem starken russischen Einfluss. Die russische Grossstadt Vladivostok ist ungefaehr 500km von hier entfernt. Nachdem im Jahr 1896 eine Eisenbahnverbindung zu Russland fertiggestellt wurde, kam es zur Einwanderung russischer Arbeiter und Fluechtlinge. Heute laesst sich das an vielen Gebaeuden europaeischer Bauart, sowie einigen russisch-orthodoxen Kirchen erkennen.


Die bekannteste der russisch-orthodoxen Kirchen in Harbin (Saint Sophia).


Eine kleine, sehr schoene Kirche in der Naehe meines Hotels.


Die Zhongyang Dajie ist die Haupteinkaufsstrasse in Harbin. Die alten, renovierten Gebaeude und die zahlreichen Geschaefte ziehen ebenfalls viele Touristen an.


Drachenverkaeufer entlang des Sunghua Flusses (der Fluss, der aufgrund eines Unfalls in einer Chemiefabrik im November 2005 mehrere Tage lang stark verseucht war).


Pandabaerenbuesche in einem Wohnviertel von Harbin.

Die meisten westlichen Besucher hier sind ebenfalls Russen. Das fuehrt dazu, dass manchmal Touristen auf mich zugekommen und mir etwas auf russisch erzaehlen (worauf ich immer laechele und nicke und anschliessend den einzigen russischen Satz preisgebe den ich kenne: “Ja gavarju po ruski choroscho”, “Ich spreche gut russisch”).

Knappe Zusammenfassung des restlichen Reiseverlaufs: Werde ungefaehr 10 Tage in Dalian bleiben, anschliessend 3 Wochen in Peking sein und die letzten 5 Tage vor dem Abflug in Shanghai verbringen. Bald habt ihr mich wieder ;-)

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Scheisstag

June 17th, 2006 — 12:00am

Bin seit gestern in Haerbin, ungefaehr 3 Zugstunden noerdlich von Changchun. Der heutige Tag war einfach nur zum k…..

1. Beim Fruehstueck im Hotel stellte ich fest, dass das Bueffet nur aus etwa 4 Gerichten und einer Suppe besteht. Ausserdem sind die Tellerchen so klein, dass ich zwei mal soviel Essen wie moeglich aufgestapelt habe, und trozdem nicht satt wurde.

2. Als ich Mittags das Hotel verliess um einkaufen zu gehen, begann es zu regnen.

3. In der kleinen Bank of China-Filiale wurde mir gesagt, dass Traveller Cheques nur in der grossen Bank of China-Filiale gewechselt werden.

3. Es regnete so stark, dass die Hauptstrasse ueberflutet war und mein Taxi die 3km lange Strecke zur grossen Bank of China-Filiale im Schritttempo zuruecklegen musste.

4. Es regnete nicht nur draussen, sondern auch in meinem Taxi. Im Fussraum bildete sich eine Fuetze, da durch mehrere undichte Stellen Wasser ins Auto tropfte.

5. Als ich durchnaesst in der grossen Bank of China-Filiale ankam, wurde mir gesagt, dass am Wochenende keine Traveller Cheques gewechselt werden. Auch Euroscheine werden nicht getauscht. Nur Bargeld in Form von US-Dollars wird akzeptiert. Das fuehrte zu einem kleinen Wutausbruch von meiner Seite, nutze aber nichts (Alex, kommt dir das bekannt vor?).

6. Mein Taxi zum Buchgeschaeft wurde angefahren. Als der Taxifahrer anhielt, wurde das Auto von einem zuruecksetzenden Gelaendewagen gerammt. Der Schaden war so gross, dass sich die Beifahrertuer nicht oeffnen liess und ich ueber den Fahrersitz hinauskrabbeln musste.

7. Im Supermarkt gab der Wachmann erst Ruhe, nachdem mein Rucksack in eine Jeanstasche verpackt und die Tasche mit einem Sicherheitsschloss versiegelt wurde. Danach konnte ich die Tasche mit mir zum Einkaufen nehmen. Dadurch soll wohl verhindert werden, dass ich wieder Joghurt klaue *g*.

8. Falls der Tag weiter geht wie bisher, freue ich mich auf die Salmonellenvergiftung durch den Burger mit Huehnerfleisch, den ich gerade gegessen habe…

Ich hoffe, morgen ist ein schoenerer Tag!

PS: Ueberlege, ob ich meinen Beitrag zur Fussball-WM leisten soll und mir das heutige Spiel Tschechien gegen Ghana ansehe. Das Spiel beginnt aufgrund der Zeitverschiebung erst um Mitternacht. Wahrscheinlich werde ich um diese Zeit schon tief und fest schlafen…

Nachtrag: War irgendwie klar, dass Tschechien verlieren wird…

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Changchun

June 13th, 2006 — 1:00am


Bin seit gestern in Changchun. Der Flug von Peking hierher hat durch ein defektes Triebwerk an Spannung gewonnen. Aufgrund des Defektes hatte der Flug mehr als eine Stunde Verspaetung. Ich hatte natuerlich genau den richtinge Sitzplatz und konnte beobachten, wie die Techniker die Triebwerkshaube oeffneten, im Triebwerk rumhantierten und immer wieder ratlos die Koepfe schuettelten (ok, jetzt uebertreibe ich ein wenig *g*). Der Pilot versuchte zwischendrin mehrmals die Triebwerke zu starten und das Rechte machte dabei etwa die Geraeusche eines Automotors, der nicht anspringen moechte. Offenbar wurde der Defekt zur Zufriedenheit des Piloten behoben und wir mussten nicht das Flugzeug wechseln.
Sightseeing habe ich hier noch nicht gemacht. Heute hat es den ganzen Tag ueber leicht geregnet. In den naechsten Tagen soll das Wetter aber etwas besser sein.
Zum Essen hier: Gemuesegerichte sind haeufig sehr salzig (nicht so toll), zu Fleischgerichten knabbern die Leute manchmal rohe Knoblauchzaehen (garnicht mal so schlecht, und vor allem gesund).
Werde die naechsten Tage bisschen mehr chinesisch lernen, weiss nicht wann ich hier wieder schreibe…

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Chinas Schilderwelt

June 13th, 2006 — 12:00am

In den letzten Wochen habe ich wieder einige interessante Hinweisschilder gefunden.


Ein Schild beim grossen Buddha in Leshan. Die ungefaehre Bedeutung ist “Halten Sie sich an die Anordnungen, achten Sie auf die Sicherheit”.


Schild am Flughafen von Chengdu. Der Sinn des Hinweises ist klar. Die Uebersetzung ist ein typisches Ergebnis von schlechter Uebersetzungs-Software.


Ein (ziemlich sicher absichtlich) lustiges Schild im Wangfujing Stadtteil von Peking. “Da Zhe” in Regel vier bedeutet Discount bzw. Rabatt.


Hinweisschild in einem Kaufhaus in Hongkong. Habe angefangen auszurechnen, welche Kosten auf die Stadt Muenchen zukommen wuerden, wenn solche Hinweisschilder durchgehend an kaputte Rolltreppen im Bereich der U-Bahn- und S-Bahnhoefe gestellt werden.

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Und wieder neue Plaene

June 11th, 2006 — 12:00am

Vergleicht man meine Reise mit den Plaenen vom April, kann man zwei Sachen feststellen:

1. Die Reise hat kaum noch was mit der geplanten Reise gemeinsam.
2. Meine aktuelle Reiseroute sieht aus, wie die von einem besoffenen Vogel. Kreuz und quer durch China mit einigen Schleifen unterwegs.

Morgen fliege ich um 9:30 nach Changchun. Changchun (Langer Fruehling) ist eine Grossstadt mit 2,5 Millionen Einwohnern und liegt ca. 1000 km nordoestlich von Peking. Bleibe dort ein paar Tage, anschliessend werde ich weitere Staedte in Chinas Nordosten besuchen.


Heute hab ich nicht besonders viel gemacht. Habe ein wenig gelernt und war wieder in einem sehr guten chinesischen Restaurant essen. Abends habe ich mir eine DVD angesehen.
So, jetzt gehe ich schlafen. Morgen muss ich um 7 Uhr aufstehen.

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Dieses und Jenes…

June 9th, 2006 — 12:00am

Das Wetter in Shenzhen ist sehr merkwuerdig. Gestern mitten in der Nacht begann ein Gewitter und es blitzte und donnerte ununterbrochen bis zum Morgen. Den ganzen Tag hat es geregnet. Und jetzt am Abend begann wieder ein Gewitter. Gut, dass ich mir hier keine Sehenswuerdigkeiten ansehen muss.

Ich fange an Selbstgespraeche zu fuehren. Sollte wieder etwas unter Leute kommen, und nicht den ganzen Tag alleine im Hotelzimmer sitzen und Vokabeln lernen.

Beim Vokabelnlernen bin ich wieder auf ein lustiges chinesisches Wort gestossen: das Wort fuer Staubsauger. Einige Begriffe werden im chinesischen durch logische, aber irgendwie lustige Begriffe umschrieben.

Staubsauger = staub-atmende Maschine (xichenqi)

Computer = elektronisches Gehirn (diannao)

Wecker = Krachuhr (naozhong)

Morgen fliege ich zurueck nach Peking. Der Flug startet um 9:30, die Flugzeit betraegt ca. 3 Stunden.

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Wieder in China

June 8th, 2006 — 12:00am

Habe heute morgen mein Visum fuer China abgeholt. Sie haben mir 60 Tage gegeben, und das Visum hat 15 Euro gekostet. Ich bin anschliessend mit dem Zug an die chinesische Grenze gefahren und habe dort die Ausreise- und Einreiseformalitaeten erledigt. Anschliessend ging es mit dem Taxi zum Hotel in Shenzhen.

Nachdem ich in Hongkong so guenstig uebernachtet habe, wohne ich hier in einem 4-Sterne Hotel. Die 45 Quadratmeter grosse Suite mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, kleiner Kueche, Bad und Balkon kostet 25 Euro pro Nacht. Der Blick vom Balkon im 21. Stockwerk ist auch nicht schlecht…

Gegenueber dem Hotel ist ein riesiger Supermarkt. Hab mich dort mit Lebensmitteln eingedeckt. Etwas Obst, Joghurt und eine Portion Sushi. Die Sushi kosten uebrigens 2 Euro. Allen, die mich jetzt hassen, sei gesagt, dass sie mich jederzeit hier besuchen koennen. NDiiii, man muss halt Praeferenzen setzen, gell… Aber Luxuspapier ist auch eine gute Investition! ;-)

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