May 18th, 2006 — 12:00am

Die Busfahrt nach Xiangcheng dauerte ca. 6,5 Stunden – schneller als ich dachte. Es ging ueber ziemlich hohe Paesse, auf der Hoehe der Strasse lag bereits Schnee, die Strasse selber war zum Glueck schneefrei und trocken. Im Bus fuer 35 Leute waren nur ca. 15 Personen, davon 5 Touristen aus Israel. Ein Touri hat jedesmal, wenn ein Chinese im Bus rauchen wollte, sauer geschaut und ihn darauf hingewiesen, dass es nicht erlaubt ist (stimmt tatsaechlich, allerdings halten sich Chinesen nicht daran). Gut fuer mich, die Luft im Bus war die ganze Fahrt ueber sehr gut.

Meine Unterkunft ist in einem tibetischen Guesthouse. Mein Zimmer ist sehr schoen und vor allem bunt. Die Uebernachtung kostet mich nur 2,50 Euro, dafuer sind Dusche und Toiletten (Loecher im Boden) ausserhalb des Hauses. Glaube, dass es morgen frueh zu kalt zum Duschen sein wird.

Bin anschliessend mit zwei Israelis aus dem Bus zu Fuss zu einem tibetischen Kloster gegangen. Das Kloster ist auf einem Berg gelegen und der Aufstieg war aufgrund der Hoehe hier (3200 m) ziemlich anstrengend
Ein Busticket fuer die Weiterfahrt nach Litang konnte ich heute noch nicht kaufen. Der Bus faehrt morgen um 11 Uhr hier los, die Fahrkarten werden ab 10 verkauft.
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May 17th, 2006 — 12:00am
Es ist hier ziemlich kuehl. In meinem Hotelzimmer gibt es keine Heizung und heute morgen war es 12 Grad kalt. Gerettet hat mich die Bettdecke mit eingebauten Heizdraehten. Wenn die Sonne scheint ist es angenehm warm, aber abends sinkt die Temperatur.
Ausserdem ist es hier extrem hell. Ich laufe mit fast voellig zusammengekniffenen Augen rum und das intensive Sonnenlicht ist trotzdem noch unangenehm. Werde anfangen muessen, Kontaktlinsen und eine Sonnenbrille zu tragen.
Falls jemand etwas mitgebracht haben moechte – z.B. einen Cowboy Hut oder einen Yakschaedel inkl. Hoernern, bitte email an mich.
Nunja, mit der email wird es nicht so einfach. Ich kann seit heute nicht auf mein Postfach zugreifen, web.de wird scheinbar blockiert. Hoffe, dass es in den naechsten Tagen wieder funktioniert. Wenn nicht, muss ich mir eine neue email Adresse einrichten. Zaogao!
Achja, dann hatte ich heute noch einen Fehlgriff beim Essen. Im Restaurant wollten sie mir zuerst Schweinenieren zubereiten, dann haben sie mir eine Schuessel mit Schweinefilets gezeigt, die nicht mehr ganz frisch aussahen. Hab die natuerlich bestellt, und das Fleisch hat etwas merkwuerdig gerochen und geschmeckt. Damit es nicht zum Schlimmsten kommt, hab ich im naechsten Supermarkt eine kleine Flasche 50%igen chinesischen Schnapps (Bai Jiu) fuer 25 Cent gekauft und getrunken. Hoffe nur, dass ich nicht blind und mit abartigem Durchfall ins naechste Krankenhaus eingeliefert werde.
Ich berichte hier aber immer nur von meinen Fehlschlaegen. Normalerweise ist das Essen hier fantastisch. Fuer einen Euro gibts eine schoene Portion Essen mit einer Schuessel Reis, und dazu kostenlosen Tee.
Morgen fahre ich mit dem Bus nach Xiangcheng. Die Fahrt geht um 7:30 Morgens los und dauert ca. 9 Stunden.
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May 16th, 2006 — 12:00am
Die Fahrt nach Zhongdian war phantastisch. Innerhalb von 4 Stunden legte der Bus 200 km zurueck und ist dabei von 2400 Metern auf eine Hoehe von 3200 Meter gestiegen.

Die Landschaft, die wir durchfuhren, war herrlich. Gruene Waelder, Felder, tiefe Schluchten und Berge mit schneebedeckten Gipfeln.

Die Menschen in Zhongdian sehen anders aus, haben dunklere Haut und sonnengegaerbte Gesichter. Viele sprechen tibetisch, von dem ich bisher kein einziges Wort gelernt habe. Sie scheinen auch offener zu sein, laecheln mehr.
Das Wetter hier war heute phantastisch. Die Sonne schien ununterbrochen, aber Teile des Himmels waren stark bewoelkt. Ideal zum Fotographieren. Ich bin erst mittags angekommen, hab aber sofort ein nettes Hotel gefunden (10 Euro pro Nacht). Anschliessend bin ich losgelaufen und hab mir zwei Kloester und die Altstadt von Zhongdian angesehen.



Das Highlight von Zhongdian bildet das Ganden Sumtseling Gompa-Kloster. Das Klostergelaende ist sehr gross und es leben dort 700 Moenche. Es macht viel Spass, rumzulaufen und die einzelnen Gebaeude des Klosters zu erkunden.

Die Altstadt von Zhongdian aehnelt der von Lijiang. Sie ist allerdings kleiner, nicht so stark renoviert, und wirkt dadurch urspruenglicher. Vor allem fehlen hier die enormen Massen von Touristen.

Hm, um ehrlich zu sein weiss ich nicht, welche Bedeutung dieses Ding hat. Es ist Teil eines Klosters in der Altstadt.
Ich bleibe morgen noch den ganzen Tag hier. Anschliessend fahre ich weiter nach Xiangcheng.
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May 15th, 2006 — 12:00am
Bin seit drei Tagen in Lijiang. Mit dem Wetter hatte ich bisher kein besonders grosses Glueck. Wenig Sonnenschein, meistens stark bewoelkt und haeufig Regen.
Lijiang ist eine sehr touristische Stadt. Von morgens bis spaet in die Nacht ist sie voll von chinesischen Reisegruppen, aber auch viele Europaeer und Amerikaner trifft man hier an (hab sogar zwei Tschechen kennengelernt!).



Lijiang ist bekannt fuer die Altstadt (Gu Cheng), die aus unzaehligen alten, huebsch renovierten Haeusern besteht.

Eine grosse chinesische Volksgruppe, die Naxi, ist hier stark vertreten. Die Naxi zeichnen sich durch eine matriarchalische Gesellschaftsstruktur aus, was sich auch in deren Sprache wiederspiegelt.

Wird das Wort fuer Frau an ein Nomen gehaengt, wird dessen Bedeutung gesteigert, wird das Wort fuer Mann an ein Nomen gehaengt, fuehrt dies zu einer Verminderung. So ergibt sich z.B. aus Stein+Frau ein Fels, Stein+Mann wird zum Kieselstein.
Die Schrift der Naxi ist uebrigens die einzig heute noch verwendete Hyroglyphenschrift.
Ich wohne hier in einem kleinen gemuetlichen Guesthouse am Rande der Altstadt. Neben dem Guesthouse ist ein Restaurant, in welchem ich (leider) frueher als erwartet auf tibetischen Yakbuttertee gestossen bin. Diese Sorte Tee hat einen sehr intensiven Geschmack. Er entsteht durch die Zugabe von Yakmilch und Yakbutter, ausserdem ist der Tee ziemlich stark gesalzen. Er hat eine etwas zaehfluessige, schaumige Konsistenz, und wid in einem merkwuerdigen Holzzylinder serviert. Ich muss leider sagen, dass er mir ueberhaupt nicht geschmeckt hat. Aber trotzdem eine interesante Erfahrung *g*.
Ansonsten gibt es nicht viel Neues. Aufgrund des Wetters habe ich hier nur wenig unternommen. Heute habe ich eine Muetze und ein Busticket gekauft, morgen fahre ich weiter nach Nordwesten. Mein naechstes Ziel ist Zhongdian, eine Stadt, die etwa 5 Stunden von Lijiang entfernt ist.
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May 12th, 2006 — 12:00am
Gestern vormittags hab ich neue Vokabeln gelernt, nachmittags war ich einkaufen. Hab einen Pullover fuer die Berge in Sichuan gekauft und weitere DVDs: Meet the Fockers, Flightplan und The 40 year-old Virgin (auf englisch), Forrest Gump, Dennis the Menace und Shrek 2 (auf chinesisch).
Abends war ich in der Disco, ziemlich lustig. Hab eine Gruppe von Vietnamesen aus Hanoi kennengelernt, die hier chinesisch lernen. Haben den ganzen Abend geplaudert, super Gelegenheit, mein Chinesisch zu verbessern. Wir haben Bier und einen Mix aus Eistee und Whiskey (aaaaaaaahhhhhh!!!) getrunken. Chinesische Discos unterscheiden sich nicht besonders von den deutschen. Es wird dort genausoviel getrunken und geraucht, die Musik ist noch etwas lauter und die Frauen sind genauso knapp angezogen. Unterschiedlich ist, dass dort viele Leute Wuerfelspiele spielen und merkwuerdige Getraenke konsumieren (gruener Tee, mit Eis gekuehlter Rotwein etc.).
Heute fliege ich nach Lijiang. Der Flug dauert 45 min., werde am fruehen Nachmittag dort ankommen.
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May 10th, 2006 — 12:00am
Die Zugfahrt war sehr anstrengend. Bin mit einer Stunde Verspaetung in Kaili losgefahren und mit zweieinhalb Stunden Verspaetung in Kunming angekommen. Die Betten in der 2. Klasse sind deutlich kuerzer und schmaler und ich hab Sachen gesehen, gehoert und gerochen, die ich hier garnicht erst beschreiben moechte.
Aber jetzt bin ich endlich in Kunming. Ich mag Kunming, die Stadt ist ruhig, hat eine gute touristische Infrastruktur und das Wetter hier ist heute auch super. Hab mich zuerst fuer 2 Euro satt gegessen, anschliessend hab ich fuer weitere 2 Euro eine einstuendige Fussmassage bekommen und zum Schluss hab ich mir ein paar DVDs gekauft (“The Pink Panther” mit Steve Martin, “Keeping Mum” mit Rowan Atkinson und einen chinesischen Film, von welchem ich sowieso wieder kein Wort verstehen werde).
Achja, der Optiker hier um die Ecke hat mir angeboten, neue Brillenglaeser fuer 12 Euro zu machen. Bin gespannt was ich bekomme. In Deutschland haetten zwei neue Glaeser 300 Euro gekostet.
Ich bleibe hier sicherlich noch einen Tag, vielleicht auch zwei.
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May 8th, 2006 — 12:00am
Heute habe ich einen Tagesausflug nach Xijiang gemacht. Xijiang ist das groesste Dorf der Miao-Minderheit in dieser Gegend, etwa 7000-8000 Menschen leben dort. Die Fahrt im kleinen Bus dauert 1,5 Stunden, was aber nicht an der Entfernung (ca. 30 km), sondern an den sehr schlechten Strassen liegt. Der Weg ist sehr schoen, fuehrt entlang eines Flusses. In alle Richtungen sieht man gruenbewachsene Berge, Reisterassen, Bauern, die auf den Feldern arbeiten, Wasserbueffel und alte Holzhaeuser.

Xijiang aus der Ferne

Bauernhaus mit Reisfeldern

Traditioneller Silberschmuck der Miao-Minderheit (um ehrlich zu bleiben: das Foto habe ich in Kaili auf einem Jahrmarkt aufgenommen. Dort konnten sich Touristen mit traditioneller Miao-Kleidung fotografieren lassen. In Xijiang habe ich leider Niemanden mit diesem Schmuck gesehen).
Viele der Menschen in Xijiang sprechen nur die Sprache der Miao-Minderheit, Miao Hua, von der ich kein Wort verstehe. Es stellte sich zum Glueck heraus, dass einige Einwohner auch Mandarin sprachen und verstanden. Ich bin einige Stunden umhergelaufen und hab zu Mittag gegessen. Die Sonne schien und es war sehr heiss, hab jetzt einen leichten Sonnenbrand. Nachmittags bin ich mit dem Bus zurueck nach Kaili gefahren.
Meine Reiseplaene haben sich bisschen geaendert. Da die Doerfer, die ich auf dem Weg nach Xijiang sah, alle sehr schoen waren, aber auch aehnlich aussahen (2- bis 3-stoeckige alte Holzhaeuser mit schwarzen Ziegeldechern in mitten von Reisfeldern), habe ich beschlossen, schon morgen weiter zu fahren. Ein Zugticket hab ich bereits, von Kaili nach Kunming. Leider konnte ich hier nicht die erste Klasse bekommen, habe jetzt zweite Klasse Schlafwagen. Die Zugfahrt dauert ca. 14h und kostet 20 Euro. Ich melde mich dann wieder aus Kunming.
PS: Es ist uebrigens keine gute Idee, Reserve-Zahnstocher in der Hosentasche aufzubewahren. Sie koennen sich beim Rausziehen des Portmonaies in der Tasche verkeilen und fies pieksen!!!
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May 7th, 2006 — 12:00am
Dachte ich fahr in eine eher laendliche Gegend von China und bin in einer Stadt mit 150.000 Einwohnern gelandet. Kaili liegt ungefaehr 200 km oestlich von Guiyang (Hauptstadt der Proving Guizhou) in einem Gebiet, in welchem mehrere der kleineren chinesischen Volksgruppen angesiedelt sind. In den Doerfen um Kaili leben unter anderem Miao-, Dong- und Gejia-Minderheiten, die ihre Sprache und Kultur bewahrt haben. Diese Doerfer moechte ich mir in den naechsten Tagen ansehen.
Was mir heute so passiert ist:
In meinem Zugabteil war ein Chinese, der die ganze Nacht ueber ununterbrechbar unbarmherzig geschnarcht hat.
Beim Mittagessen heute wurde ich ziemlich ueberrascht. Hab ein Gericht mit Huhn bestellt und bekam eine grosse Portion Essen, voller sternfoermig aufgeschnittener komischer, zaeher Dinger. Hab vor dem Essen garnicht erst gefragt, was das ist. Danach hab ich herausgefunden, dass es Huehnermaegen waren. Huehnermaegen treffen irgendwie nicht meinen Geschmack. Ziemlich zaeh, Huehnerfleisch schmeckt deutlich besser. Irgendwie ist mir gerade etwas flau im Magen.
Der Taxifahrer der mich zurueck ins Stadtzentrum gefahren hat, war auch nicht schlecht. Als ich anfing, nach dem Sicherheitsgurt zu suchen, meinte er: Hab ich nicht, brauchst du nicht. Anschliessend raste er mit hohem Tempo bergab die Hauptstrasse entlang und ueberholte jedes Auto vor uns.
Vor meinem Hotel tauchte dann noch ein Typ auf, der irgendein totes Viech (sah aus wie ein Riesen-Frettchen), dass an einer Stange hing, verkaufen wollte.
Das wars auch schon an Interessantem von hier. Ich melde mich wahrscheinlich erst in ein paar Tagen wieder!
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May 4th, 2006 — 12:00am
Habe gerade im Hotel ein Zugticket von Guangzhou nach Kaili (Guizhou Provinz) gekauft.
Entfernung: 1376 km
Fahrzeit: 18h 36min
Preis: 48 Euro (erste Klasse Schlafwagen)
Bleibe einen Tag laenger als geplant in Guangzhou und fahre erst am 06.05 nach Kaili. Jetzt lauf ich los um mir Guangzhou bisschen genauer anzusehen.
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May 3rd, 2006 — 12:00am
Der Flug von Xiamen nach Guangzhou war in Ordnung. Wir sind allerdings den ganzen Weg in einem Wolkenschleier geflogen und schliesslich kurz vor der Landung durch ein Gewitter. Keine Sicht nach unten und ich wurde etwas durchgeschuettelt.
Fast ueberall kann man hier merkwuerdig uebersetzte Hinweisschilder sehen. Liegt vermutlich daran, dass zum Uebersetzen Computerprogramme verwendet werden, die meistens sinnloses Zeug ausgeben.

Dieses Schild vor meinem Hotel in Guangzhou ist zwar gut uebersetzt, ich war allerdings ueberrascht, dass ich reingelassen wurde.


In meinem Badezimmer war ich dann ziemlich verwirt. Was genau sollen mir diese Schilder sagen?
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