Archive for April 2006


Quanzhou

April 29th, 2006 — 12:00am

Der Flug nach Fuzhou war unspektakulaer. An Bord waren keine weiteren Auslaender, das Flugzeug war eine Boing 737, die Flugdauer von Shanghai nach Fuzhou betrug ca. 1,5 Stunden. Von Fuzhou bin ich mit dem Bus nach Quanzhou gefahren. Auf dem Weg eine wunderschoene Landschaft, genauso wie man sich China vorstellt. Eine Ebene voll gruener Reisfelder, Chinesen mit Strohhueten, die auf den Feldern arbeiten, ueberall alte Haueser mit verzierten, moosbewachsenen, nach oben geschwungenen Daechern. Im Hintergrund gruen-bewachsene Gebirgszuege.

Quanzhou ist eine sehr schoene Stadt, ca. 7.4 Mio. Einwohner, viele Mofas, errinnerte mich ein bisschen an Suedostasien. Bemerkenswert war, dass ich in Quanzhou den ganzen Tag keinen einzigen Auslaender gesehen habe.

Lampions im Guandi Tempel in Quanzhou.

Pagode im Kaiyuan Tempel in Quanzhou.

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Nichts Neues!

April 27th, 2006 — 12:00am

Gruesse aus Shanghai. Im Moment passiert nicht viel Neues. Ich laufe rum und kaufe Lehrbuecher, CDs und DVDs. Heute werde ich nach einem elektronischem Woerterbuch suchen.

Shanghai ist irgendwie ruhiger geworden. Frueher war die Haupteinkaufsstrasse von Shanghai (Nanjing Lu) voll von Menschen, die bettelten oder einem die verruecktesten Sachen andrehen wollten. Als ich gestern diese Strasse entlanggelaufen bin (ca. 1 km) wurden mir nur 7 mal gefaelschte Uhren, 3 mal gefaelschte Sportschuhe, 1 mal eine Ganzkoerpermassage und 1 mal eine Prostituierte angeboten. Bischen langweilig *g*.

Am Montag war ich in Suzhou, vorgestern in Hangzhou. Die Chinesen sagen: “Im Himmel gibt es das Paradies, auf Erden Suzhou und Hangzhou”. Dementsprechend ueberlaufen waren beide Orte. Obwohl das Wetter schlecht war und es manchmal regnete, waren beide Staedte voll von (meistens) chinesischen Touristen.

North Temple Pagode in der Naehe des Bahnhofs von Suzhou.

In Fels gehauener Buddha in der Naehe des Lingyin Temepels in Hangzhou.

In Shanghai hab ich ein neues Lieblingsrestaurant. Kleiner Familienbetrieb in einer Seitenstrasse, sehr nette Leute, und das Essen ist fantastisch. Die Kosten liegen bei ca. 1,50 Euro fuer ein Fleischgericht mit Reis und einer Dose Cola.

Morgen geht es Richtung Sueden. Im Zug war kein einziger Platz mehr frei, so dass ich mit Shanghai Airlines nach Fuzhou fliege. Fuzhou liegt ungefaehr 800 km suedlich von Shanghai, dort wird es ein paar Grad waermer sein. Von dort melde ich mich dann wieder.

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Chinese Tea Scam

April 27th, 2006 — 12:00am

Gestern sass ich in Shanghai auf einer Parkbank in der Naehe des Volksparks (Renmin Gongyuan) und ass Fleischbaellchen und einen Mango Smoothie, als 4 junge Chinesen anfingen mit mir zu plaudern. 2 Jungs, 2 Maedels, etwa in meinem Alter, alle sehr freundlich. Sie wollten wissen, von wo ich komme, wie es mir hier gefaellt, was ich schon alles gesehen habe. Sie sagten, sie seien aus Xian, Studenten, wuerden in Shanghai eine Woche Urlaub machen. Achja, sie waeren gerade auf dem Weg zu einem “Tea Festival”, soll sehr interessant sein, ob ich denn mitkommen wollen wuerde.

Vor ein paar Wochen hab ich davon in einem Forum gelesen. Ansonsten waer ich sicherlich mitgegangen. Touristen werden von jungen Chinesen angesprochen und in ein Teehaus geschleppt. Dort trinkt man gemeinsam ein paar Tassen Tee und anschliessend kommt eine Rechnung im Bereich 100 bis 300 Euro. Wenn man nicht zahlen moechte, stellen sich einem grosse, muskelbepackte Chinesen (als ob es so etwas gibt *g*) in den Weg.

Abends, im Restaurant hab ich mit einem Franzosen geplaudert. Er selbst ist in Peking auf diesen Trick hereingefallen, es hat ihn 95 Euro gekostet. Das Guesthouse, in welchem er in Shanghai schlaeft, hat eine Liste an die Wand gehaengt. In diese kann man eintragen, wann und wo man wieviel Geld bei diesem Betrug verloren hat. Die hoechste Summe in der Liste, sagte der Franzose, sei 270 Euro.

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Schlaflos in Dubai

April 22nd, 2006 — 12:00am

Gestern Abend hat sich offenbar eine jemenitische Familie arabische Zeichentrickfilme in der Naehe meines Fensters angesehen. Lag bis 1 Uhr wach, um 2 Uhr attackierte mich eine Muecke, eine halbe Stunde spaeter spielte jemand laengere Zeit mit seiner Autohupe rum und schliesslich wurde ich vom Muezzin geweckt. Fazit: Der Jemen ist ein faszinierendes Land mit den nettesten Menschen denen ich bisher begegnet bin. Nicht ganz so ideal ist es in der Nacht, wenn man vor lauter Krach kaum schlafen kann.

Der Flug nach Dubai war ok, bisschen turbulent. Hab den Tag in Dubai verbracht, hab pakistanisch gegessen und jetzt sitze ich am Flughafen und warte auf meinen Weiterflug. Werd versuchen, ein paar Stunden zu schlafen.

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Gruesse aus Sanaa

April 21st, 2006 — 12:00am

Heute morgen um 3:40 wurde ich daran erinnert, dass ich im Jemen bin. In der Naehe meines Hotels ist eine Moschee, und um diese Uhrzeit werden die Bewohner hier geweckt, damit sie um 5 Uhr morgens zum ersten Gottesdienst gehen koennen. Geschlafen habe ich also wenig, etwa 5 Stunden. Bin heute den ganzen Tag rumgelaufen und entsprechend etwas muede. Aber das ist es wert, Sanaa ist einmalig. Ueberall gibt es soviel zu sehen, dass ich mit offenem Mund stundenlang kreuz und quer durch die Altstadt wandere und Fotos mache.

Die Altstadt von Sanaa ist beeindruckend. Auf einer Flaeche von ungefaehr zwei Quadratkilometern stehen hunderte, bis zu 400 Jahre alte Haeuser. Dazwischen fuehren enge Strassen oder kleine verwinkelte Gaesschen.

Das Foto zeigt das alte Stadttor “Bab Al Yaman” mit einigen Haendlern davor.

Hier sind nochmals mehrere alte Gebaeude zu sehen. Sie sind einzigartig und einer der Gruende, warum ich diese Stadt besuchen wollte.

Krummdolche, sogennante “Janbiyas”, sind weit verbreitet im Jemen. Jeder Mann traegt so einen Dolch bei sich. Jambiyas sind ein Statussymbol, es gibt hier eine breite Auswahl von einfachen Exemplaren für 5 Euro bishin zu Dolchen für mehrere Tausend Euro. Diese haben einen Griff aus Nashorn und die Scheiden sind mit feiner Silberarbeit verziert.

Das vielleicht Interessanteste am Leben hier ist Qat. Qat ist eine Pflanze, die im Laufe des Nachmittags und Abends von den meisten jemenitischen Maennern konsumiert wird. Die Wirkung ist aehnlich der von Kaffee. Quat wird gekaut und anschliessend in der Mundbacke aufbewahrt (“gespeichert”), so dass sich im Laufe des Nachmittags ein Walnuss-grosser Klumpen bildet. Der ganze Klumpen wird weiterhin im Mund behalten, dazu wird viel Wasser getrunken, damit sich die aufputschenden Stoffe loesen und ihre Wirkung entfalten. 40% des Bruttosozialprodukts werden mit Qat erwirtschaftet und 30% des Wasserverbrauchs dienen dem Anbau dieser Pflanze. Ich hab Qat versucht, aber fand ihn nicht besonders gut. Die Blaetter schmecken wie Gras.

Die Menschen hier sind sehr nett. Ueberall wird man mit “Welcome to Yemen” oder “Hellooooooo” begrüsst. Kinder laufen mir hinterher und rufen “Surah, surah” – wollen fotografiert werden. Als ich meinen Stadtplan rauszog um den Weg zu einer Moschee zu finden, wurde ich von 15 Maennern umringt, die mir alle helfen wollten.

Das Klima von Sanaa ist fuer arabische Verhaeltnisse kuehl. Tagsüber wird es hier 27 Grad warm, in der Nacht fallen die Temperaturen auf 13 Grad. Das liegt daran, dass die Stadt 2200 Meter hoch liegt.

Ich fühle mich hier sehr wohl, schade dass ich schon morgen zurueck nach Dubai fliege.

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